Nokia 5310 XpressMusic

Tags: , , Nokia, Nokia 5310 XpressMusic06 August, 2008

Wie schon der Handynutzer mit wenig Fachwissen leicht erkennen kann, richtet sich das Nokia 5310 XpressMusic in erster Linie an Musikbegeisterte.

Damit diese Zielgruppe gleich ordentlich versorgt ist, packt der Hersteller gleich eine 2 GB Speicherkarte mit in den Lieferumfang. Großen Wert wurde vor allem auf die Musikwiedergabe und eine einfache Handhabung gelegt.

Ob das finnische MP3-Handy dieses Ziel mit Bravour meistert oder doch nicht überzeugen kann, lesen Sie in unserem umfangreichen Testbericht.

Nokia 5310 XpressMusic-Design

Ein Handy, das sich gleichzeitig als Musikplayer versteht, darf vor allem eines nicht, störend durch Größe und Gewicht auffallen. Deshalb befindet sich die gesamte technische Ausstattung in einem 103,8×44,7×9,9 mm kleinen Gehäuse, das trotz Aluminiumeinarbeitungen an den Seiten des Displays nur 71 Gramm auf die Waage bringt. Diese Einarbeitungen sind nicht nur optisch das auffälligste Designmerkmal, sondern beinhalten in der linken Seite noch die typischen Tasten für Musikplayer.

Die Rückseite fällt allerdings weniger spektakulär aus. Dafür sorgt nicht nur die einfallslose Optik, sondern auch die Wahl der Materialien hätte etwas hochwertiger ausfallen dürfen. So erreichen Farbgebung und Material nicht die optische Qualität der Frontseite, tragen aber zum geringen Gewicht bei. Die mittig platzierte Kamera wirkt ebenfalls trist und phantasielos.

An den Seitenrändern gibt es ebenso wenig eindrucksvolles zu vermelden. Die einzigen Tasten, die zu finden sind, dienen zur Lautstärkeregulierung bzw. Zoom im Kameramodus.

Nokia 5310 XpressMusic-Verarbeitung

Das Handy macht auf den ersten Blick einen sehr soliden Eindruck. Bei genauerem Blick stellen sich jedoch einige Mängel heraus. So finden sich besonders unter den Metallstreben ungleiche Spaltenabstände. Generell scheinen diese Einlagen aus Metall unsauber angebracht zu sein. Selbst die Bedientasten für die MP3-Funktion sitzen auffällig wackelig darunter. Weiterhin erwies sich die Tastatur zwar als optisch gelungen, aber etwas zu glatt. Auf der Stirnseite des Handys setzt sich der schlechte Eindruck weiter fort, denn die dort angebrachte USB-Abdeckung wirkt billig und bei Gebrauch zu Störanfällig.

Aber auch gute Aspekte wurden eingebaut. Positiv gefiel uns der neben anliegende 3,5 Millimeter-Port, mit dem sich alle gängigen Kopfhörer anstecken lassen, sowie die Möglichkeit, Speicherkarten auswechseln zu können, ohne vorher den Akku entnehmen zu müssen. Nokia-typisch kann auch das eingebaute Display überzeugen, dass mit 16,7 Millionen Farben, bei einer Auflösung von 240×320 Pixel für gute Darstellungen sorgt. Zur Regulierung der Beleuchtung befindet sich im Nokia 5310 XpressMusic ein Lichtsensor, der die Displayhelligkeit stets den äußeren Lichtverhältnissen anpasst. Damit ist nicht nur für eine gute Bilddarstellung gesorgt, sondern ganz nebenbei wird auch noch der Akku geschont.

Nokia 5310 XpressMusic-Bedienung

Vor allem bei diesem Punkt wusste der finnische Hersteller stets zu überzeugen. Dieser Trend macht auch vor dem Nokia 5310 XpressMusic keinen Halt. So wurde das Menü sehr übersichtlich und selbstredend gegliedert und ist daher schnell zu erlernen. Auch die Menügestaltung bietet wenig Anlass zum Meckern und fügt sich in das Gesamtdesign ein. Nur die vorinstallierten Themen könnten abwechslungsreicher sein. Bedient wird überwiegend mit den verlässlichen Navigationstasten. Daneben findet sich eine rote und eine grüne Taste, die für das Annehmen, bzw. beenden der Telefonate dienen.

Schaltet das Handy jedoch in den Musikmodus um, kommen die praktischen Schnellzugriffstasten am linken Seitenrand zum Einsatz.

Nokia 5310 XpressMusic-Kamera

Zu den weniger gelungenen Funktionen gehört eindeutig die integrierte Kamera. Dabei wäre die geringe Anzahl von 2 MP nicht der Knackpunkt, andere Modelle oder Hersteller haben oft bewiesen was damit Möglich ist. Weitaus negativer ist die Tatsache der fehlenden Funktionen. Mit einem 4 fachen Zoom, Videoaufnahmen und ein paar Effekteinblendungen (Sepia, Negativ, Graustufen, …) erreicht das Nokia 5310 XpressMusic bereits die Fahnenspitze. Für zittrige Hände und für den Nachtgebrauch ist das Handy aufgrund fehlendem Autofokus und Blitz ebenfalls mehr als ungeeignet.

Jetzt könnten allerdings die beinharten Fans von Spontanbildern noch müde darüber lächeln, das vergeht ihnen aber schnell wenn das Bild gespeichert wird. Denn da wartet der Hobbyfotograf schon mal geschlagenen 13 Sekunden bis das Bild bei höchster Auflösung den Weg ins digitale Archiv gefunden hat. Und dann stellt sich heraus, dass die Bildqualität nicht einmal der Megapixelanzahl gerecht werden kann.

Nokia 5310 XpressMusic-Musikplayer

Gut, die Kamera wird keinen Ansprüchen gerecht, aber das Hauptaugenmerk liegt auf den Musikplayer. Kann das Nokia dann hierbei Funktionsmäßig so richtig aufdrehen??

Generell schon, wenn man das mitgelieferte Kabelheadset einmal beiseite lässt. Denn das wird den technischen Wiedergabemöglichkeit nur geringfügig gerecht und erreicht zwar eine annehmbare Sounddarstellung, aber keine, die beinharte Musikfans zufrieden stellen wird. Verwendet man hingegen vollwertige Kopfhörer, ergibt sich ein Klangbild, das den Sony-Ericsson Konkurrenzprodukten durchaus gewachsen ist. Möglich macht dies vor allem der integrierte Audio-Chip, der speziell für einen klaren HiFi-Sound zur Geltung kommt.Wer möchte, ändert zudem das Klangbild nach eigenem Belieben mittels des Equalizers. Das Soundarchiv wird nur fundamental in Interpret, Album und Genre unterteilt. Besonders beliebt und praktisch, und mit dem Nokia5310 einfach auszuführen, ist das Erstellen eigener Playlists. Wem der mitgelieferte Speicher dann doch irgendwann zu klein gerät, der erweitert diesen mittels Speicherkarten einfach auf die doppelte Kapazität (4GB).

Ebenso positiv gefiel uns das integrierte RDS-Radio. Das überzeugt sowohl optisch, als auch technisch mit soliden Funktionen wie einen automatischen Senderlauf und Speicherplatz für bis zu 20 Sender. Weiterhin werden dabei dazugehörigen Informationen zu den Radiosendern mitgeliefert. Für Abwechslung von der eigenen tragbaren Musiksammlung ist also gesorgt.

Leider kann der Musikplayer aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Nokia 5310 bei der Soundausgabe zwar gelungen ist, auf Seite der Funktionen aber nur Grundlegendes zu bieten hat. Musikfans, denen ein ordentliches Klangbild über alles steht, werden mit anderen Kopfhörern dennoch auf ihre Kosten kommen.

Nokia 5310 XpressMusic-Multimedia

Vor allem im Multimediabereich kann das Nokia5310 mit etlichen praktischen und abwechslungsreichen Funktionen auftrumpfen.

Unter dem Punkt Spiele findet sich wie gewohnt das beliebte Snake, sowie die Vollversionen City Bloxx und MusicGuess. City Bloxx versteht sich als eine Art Reaktionstest, bei dem der Spieler versucht, möglichst stabile Häuserkonstruktionen zu bauen. Besonders witzig ist das Spiel MusicGuess. Dabei wird kurz ein Lied aus der eigenen Musiksammlung eingeblendet, wobei der Spieler aus fünf Auswahlmöglichkeiten den richtigen Interpret nennen muss. Besonders spaßig wird das Spiel im Mehrspielermodus. Dort treten bis zu zehn Teams mit max. 4 Spielern pro Mannschaft gegeneinander an um zu beweisen, wer der wahre Musikcrack ist. Zusätzlich wurden noch etliche Demoversionen installiert.Bei den Spielen zeigt sich schnell, dass das Musikhandy eher für 2D-Darstellungen geeignet ist.

Für den täglichen Gebrauch dienen Wecker, Terminplaner, Notizblock, Aufgabenliste, eine Weltzeituhr, Taschenrechner, Stoppuhr sowie der praktische Umrechner. Letzterer dient nicht nur zum Ermitteln von Währungsbeträgen, Volumen, etc, sondern kann zusätzlich mit eigenen Bereichen erweitert werden, vorausgesetzt man trägt die benötigten Basisdaten ein.

Die finnischen Entwickler dachten auch an einen mobilen Internetbrowser. Selbst umfangreiche Seiten werden vollständig und fehlerfrei Dargestellt, allerdings nimmt der Seitenaufbau einiges an Zeit in Anspruch. Das ist zum Teil auf die EDGE-Datenübertragung zurückzuführen, eher aber auf den schwachen Browser selbst.

Dafür funktioniert das Versenden und Empfangen von E-Mails reibungslos und einfach. Sogar Flash-Nachrichten können versendet und dargestellt werden. Diese Nachrichten erscheinen beim Empfängerhandy vollständig auf dem Display, sofern das andere Handy dieses Mitteilungsformat ebenfalls unterstützt. Diese Nachrichten können allerdings nicht gespeichert werden, ebenso ist deren Kapazität auf 70 Zeichen beschränkt.

Nokia 5310 XpressMusic-Fazit

Hauptkaufgrund des Nokia 5310 XpressMusic dürfte wohl im handlichen Design und Musikfunktion liegen. Auf musikalischer Seite sicherlich keine schlechte Anschaffung, andererseits werden damit nur Standartfunktionen abgehandelt. Unverständlicherweise legt der finnische Hersteller trotz gutem Klangbild nur mittelmäßige Kopfhörer bei. Zudem wirkt die Verarbeitung teils nachlässig und unausgereift. Wer Wert auf gelungene Bilder legt wird mit diesem Handy jedoch nicht glücklich werden. Mehr als bescheiden zeigt sich das Nokia 5310 auch bei den Telefonaten. Der Gesprächspartner klingt oftmals unrealistisch und Nebengeräuschen stören schnell bei der Verständigung.

Für musikbegeisterte Handynutzer bleibt in erster Linie ein gelungener Musikplayer. Wer darauf den größten Wert legt und sich im Design verliebt hat, kann einen genaueren Blick riskieren.

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