Karte Viele alte Handys liegen in Autos, Rucksäcken oder Reisetaschen und sind dort für Notrufe deponiert. Denn bisher konnte man auch mit jedem Handy ohne SIM-Karte über die Wahl der Nummer 112 einen Notruf absetzen. Ab Mitte des Jahres funktioniert der Notruf jedoch nur mit eingelegter SIM-Karte, so Rudolf Boll, Sprecher der Bundesnetzagentur in Bonn.

Über die SIM-Karte, auch wenn sie beim Netzbetreiber nicht über eine Vertrags- oder Prepaid-Verbindung aktiviert ist, kann der Anrufer identifiziert werden. Das sei wichtig, weil „die Notrufzentralen sind mit falschen Notrufen oft regelrecht bombardiert worden sind“, rechtfertigt Boll die Änderung der Notrufbedingungen. Durch die Identifikationsmöglichkeit soll der Missbrauch eingedämmt werden, da die Anrufer mit einer Verfolgung durch die Behörden rechnen müssen. Technisch besteht noch Regelungs- und Klärungsbedarf beispielsweise für den Fall von Notrufen über Prepaid-Karten ohne Guthaben oder wenn nur fremde Netze verfügbar sind.

Alle relevanten Organisationen (Verbände, Notrufzentralen und Hersteller) sollen daher bis zum 15. Juni eine Stellungnahmen bei der Bundesnetzagentur abgeben. Ab dem 1. Januar 2010 sollen Hilferufe auch mit abgelaufenen Karten abgesetzt werden können, deren Vertrag nicht mehr aktiv ist. Denn abgehende Anrufe über SIM-Karten weisen, unabhängig davon ob der Netzbetreiber sie frei geschaltet hat oder nicht, technisch über Kenn- und Referenznummern ihren letzten Nutzer aus.

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