Telekom kündigt massenhaft Prepaid-Verträge
Aufgeladen oder abgestellt: Die Deutsche Telekom kündigte im ersten Quartal 2010 etwa 700.000 Prepaid-Verträge von Wenigtelefonierern.
Betroffene Kunden wurden schriftlich auf die Maßnahme hingewiesen, Verbraucherschützer kritisieren dennoch das Vorgehen.
Wer länger als zwei Jahre sein Gesprächsguthaben auf dem Handy nicht auflädt und zwei Monate nicht benutzt, steht nach einer Warnung ohne aktive SIM und somit ohne mobilen Telefonanschluss da.
Dieses Vorgehen stellt unter Mobilfunkanbietern keine neue Praxis dar. Allerdings ist der Umfang der Vertragskündigungen beim Marktführer ein sehr großer:
In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden um die 700.000 Prepaidkunden von der Telekom ausgebucht.
Für viele Handynutzer mag der Zeitraum von zwei Jahren kulant und sehr lang wirken – jedoch verwenden gerade ältere Menschen das mobile Gerät ausschließlich als Nottelefon und fühlen sich nun durch die Forderung “Aufgeladen oder Abgestellt” überrumpelt.
Erfolgt die Kündigung zudem ohne rechtliche Grundlage?
Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein wirft der Telekom nämlich vor, dass die Schreiben mit Ultimatum überhaupt nicht den AGB entsprechen würden. Vielmehr heiße es darin, dass der Vertrag nach Freischaltung der SIM-Karte auf unbestimmte Zeit laufe.
Die Deutsche Telekom rechtfertigt ihren Schritt, dass ungenutzte Karten die für neue Telefonnummern benötigten Kapazitäten binden. Anschaulicher formuliert: Der Konzern erzielt mit diesen Kunden keine oder nur marginale Einnahmen, dem aber die Einrichtungskosten gegenüberstehen.
Das Unternehmen versichert auf Nachfrage, dass alle Betroffenen selbstverständlich ihr Restguthaben erstattet bekommen. Das ist gesetzlich verankert: Das Oberlandesgericht Köln hatte die Auszahlung selbst bei gesperrten Karten im Jahr 2009 beschlossen.
Ob die Kunden um ihr Recht wissen? Die Verbraucherschützer zweifeln dies stark an. Seht ihr im Schritt der Telekom eine unternehmerische Notwendigkeit oder werden dadurch Kunden zu leichtfertig zur Konkurrenz getrieben?
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von sschoepf am 27. Juli 2010 um 12:11 veröffentlicht und unter T-Mobile abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |






















vor 1 Jahr
Hi,
ich habe gerade eine Nachricht per Post bekommen, dass ich erst nach dem zuschicken der SIM-Karte mein Guthaben bekomme und dann erst nach zwei Monaten!
Ich habe nun nochmals per Email (zuvor per Einschreiben) mein Guthaben angefordert und sollte nichts weiter passieren, werde ich wohl zu einer Verbraucherzentrale gehen, und wenn das alle machen, dann raucht bei denen auch die Hüte. Wenn Kunden unannehmlichkeiten haben, dann soll es der große rosa riese auch….
Ich habe noch zwei andere Prepaidkarten und da überlege ich gerade, wenn die noch zicken machen, diese auch zu kündigung. Wenn ich schon die SIM hinschicken sollte, dann gleich alle! Die sind kompromisslos, also bin ich es auch!!!