Testbericht Sony Ericsson W980
Für Musikfans führt offenbar kein Weg an Sony Ericsson vorbei. Nachdem die erfolgreiche
Walkmann-Reihe nun in das dritte Jahr übergeht, wird es für das schwedisch-japanische Unternehmen Zeit für ein neues Modell. Entstanden ist dabei das Sony Ericsson W980, das im schicken Retro-Design daherkommt und natürlich mit etlichen Musikfeatures auftrumpfen möchte.
Ob das Walkmann-Handy wirklich Grund zum feiern hat, das erfahren Sie in unseren umfangreichen Test.
Sony Ericsson W980 – Design
Wie schon erwähnt bekommt der Käufer kein Handy mit futuristischen Designmerkmalen geboten, vielmehr schleicht sich unauffälliges Retrofeeling rund ums 92x46x17 mm große Gehäuse.
Auffällig wird dies vor allem im aufgeklappten Zustand beim Betrachten der alphanumerischen Tasten. In Zeiten modernen Touchscreen-Handys scheinen Tasten an sich schon Retro genug zu sein, Sony Ericsson legt mit den kreisrunden Bedienfeldern aber noch eins drauf. Dabei gefiel uns vor allem die schöne Übersicht und die deutlichen Kennzeichnungen mit Ziffern und darunter liegenden Buchstaben, die das Schreiben von Textnachrichten noch verständlicher machen.
Ein wenig vom schwarzen Gesamtbild weichen nur die Telefontasten und der Navigationskey ab, die in einem leichten Silber schimmern.
An den Seitenrändern verhält sich das W980 ebenfalls ein wenig unauffällig. Auf der linken Seite findet sich nur der Port für Ladekabel und Kopfhörer, die sich dank einfachen Stecksystems auch gleichzeitig verwenden lassen, während die rechte Seite die wichtigsten Funktionen in verschiedenen Tasten trägt. Dort entdeckt man die Auslösungstaste der Kamera, sowie einen Schiebemechanismus für das Sperren der äußeren Sensortasten und eine Lautstärkeregulierung.
Beide Seiten haben die Beherbergung der qualitativ hochwertigen Lautsprecher gemein.
Während das Handy zugeklappt ist kann über die orange leuchtenden Sensortasten das gesamte Musikmenü aufgerufen und bedient werden.
Das Design des Sony Ericsson W980 geht also bewusst in eine andere Stillrichtung über, was natürlich kein Nachteil sein muss – im Gegenteil. Betrachtet man das geschickte Zusammenspiel aller Seiten und Komponenten ergibt es sich ein mehr als stimmiges Gesamtbild mit ganz individuellem Charme.
Sony Ericsson W980 – Verarbeitung
Spätestens hier erreicht das W980 wieder die Neuzeit. Das Handy überzeugt mit einer soliden und festen Verarbeitung, die ganz ohne unregelmäßige Spaltenbreiten auskommt. Auch die Tasten sitzen alle dort wo sie sein sollten.
Der in der Mitte fixierte Klappmechanismus bietet einen guten Einrastpunkt und gleitet völlig lautlos hin und her. Wackler in irgendeine Richtung sind ebenfalls nicht zu verzeichnen.
Auch die Akkuabdeckung stammt keinesfalls aus fernen Tagen. Diese lässt sich leicht vom Gehäuse lösen, sitzt dennoch bombenfest. Darunter verbirgt sich jedoch kaum etwas, geschweige denn sehenswertes. Nur Akku und SIM-Karte finden dort ihren Platz.
In unserem Test konnten wir keinerlei Schwachstellen bei der Verarbeitung finden. Hierbei kann das W980 wirklich mehr als Punkten.
Sony Ericsson W980 – Bedienung
Bei einem Sony Ericsson Handy gibt es bei der Bedienung, wenn überhaupt, nur minimale Veränderungen, gewöhnlich bleibt hierbei alles wie gehabt.
Unser Testhandy macht hierbei keine Ausnahmen, was dem bisherigen positiven Eindruck jedoch nicht im geringste schmälert.
Fangen wir zunächst mit der simplen Menüführung an. Über einen Druck auf den Mittelpunkt des Nav-Keys gelangt man ohne Umschweife ins Hauptmenü. 12 ansehnliche Icons geben nicht nur eine gute Übersicht über alle Funktionen, sondern stehen auch selbstredend für die einzelnen Bereiche und deren Einstellungsmöglichkeiten. Leichte Vibrationen geben während der Bedienung Feedback über Eingabebefehle. Ein weiterer Tastenhieb auf die mittlere Navigationstaste öffnet die Menü- und Unterpunkte.
Einzig und allein die gelegentlichen Verzögerungen, die sich vor allem während des Scrollens bemerkbar machen, hemmen die Bedienflüssigkeit ein wenig. Allerdings zieht das Handy niemals vollkommen hinterher, sondern setzt wirklich jeden Eingabebefehl zuverlässig um, mit einem minimalen Rückstand, der sich leicht verschmerzen lässt.
An der Bedienung selbst und deren Tasten gibt es ebenso wenig auszusetzen wie am Menü. Die kreisrunden alphanumerischen Anschlagspunkte fügen sich zwar optisch perfekt ins Gesamtbild ein, während diese bei der Handhabung spürbar werden. Uns so soll es ja auch sein. So lässt sich das W980 bereits nach kurzer wie blind bedienen.
Die Navigationstasten verfügen ebenfalls über einen deutlichen Druckpunkt, der sich zu jeder Gelegenheit gut erfühlen und bedienen lässt.
Kritik gibt es nur bei den umliegenden Bedientasten. Zwar stimmten auch hier die Druckpunkte, leider funktioniert das mit dem Erfühlen der Tasten nicht immer so gut wie man es von den übrigen gewohnt ist. Mit etwas Übung lassen sich aber auch diese blind bedienen.
Der Clou des neuesten Musikhandys sind die unter dem Außendisplay angebrachten Sensortasten. Damit lässt sich der gesamte Musikplayer bequem und ohne öffnen des gesamten Handys bedienen. Auch hier stimmen Druckabfrage und Reaktion, sowie Bedienkomfort.
Die übrigen Tasten der rechten Seite lassen sich ebenfalls gut erfühlen und schnell bedienen.
Auch im mittlerweile dritten Punkt unseres Tests erlaubt sich das W980 keinerlei nennenswerte Schwächen. Die Bedienung geht flüssig, schnell und meist blind von der Hand.
Sony Ericsson W980 – Kamera
Das Sony Ericsson W980 besitzt eine eingebaute 3,2 Megapixel Kamera mit Makromodus und 3 fachen Zoom. Zusätzlich lassen sich zu jeder Aufnahmen verschiedene Effekte wie Sepia, Schwarzweiß und Negativ einfügen. Zu den Aufnahmemodi zählen Panorama, Nachtmodus für eine schlechte Umgebung, Bildfolge und unterschiedliche Rahmen. Als nettes Gimmick sind viele der Letzteren im musikalischen Stil gehalten. Wer seine Bilder gleich der ganzen Welt zeigen möchte kann diese vom Handy aus in den eigenen Blog laden.
Doch leider waren das die guten Seiten der Kamera. Denn in diesem Bereich zeigte das W980 in unserem Test erste Schwächen und konnte sich beim Bildergebnis nicht mit der Anzahl der Pixel messen lassen.
Zu undetailliert fallen die Aufnahmen am Ende aus und wegen des fehlenden Bildstabilisators oft auch zu unscharf und verwackelt. Im Test wirkten die Bilder teilweise zu Farbintensiv, was bei den Bildern etwas zu unrealistisch erschien.
Aufgrund der etwas unpraktischen Platzierung der Linse wird diese gern mal von einem Finger verdeckt.
Die beste Kamera baute der finnisch-japanische Hersteller also nicht in das W980 ein. Fotofans werden am Ergebnis enttäuscht sein. Für ansehnliche Schnappschüsse taugt das Handy aber allemal.
Sony Ericsson W980 – Musikplayer
Mit dem W800i legte Sony Ericsson den Grundstein der erfolgreichen Walkmann-Reihe. Rund drei Jahre nach der Erstveröffentlichung erscheint nun das W980. Am grundlegenden Prinzip hat sich nichts geändert. Jedoch an Design und Technik.
Als Musikplayer kann das W980 Serienüblich seine Stärken ausspielen. Am meisten überzeugt das Handy mit einer beeindruckenden Klangqualität sowohl über die mitgelieferten Kopfhörer, als auch über die eingebauten Stereolautsprecher. Im Test konnten uns beide Varianten vollends überzeugen. Bässe und hohe Töne werden dank ClearAudio glasklar und fehlerfrei ausgegeben.
Wem die mitgelieferten Kopfhörer nicht zusagen sollten kann diese einfach durch ein x-beliebige Model auswechseln. Der 3,5 mm Klinkenadapter macht´s möglich. Auch kabellose bluetooth Hörer sind für das musikalische Handy kein Problem.
Damit der Musikspaß auch nicht so schnell zu Ende ist besitzt das Sony Ericsson W980 einen internen Speicher von stolzen 8 GB. Mit der zusätzlichen Unterstützung des AAC-Formats können gar bis zu 8000 Songs auf das Handy überspielt werden.
Als einzigsten Schwachpunkt könnte man die fehlende Erweiterungsmöglichkeit des Speichers über MicroSD-Karten angeben. Angesichts der enormen internen Speicherkapazität sollte dennoch jeder seine komplette Musiksammlung unterbringen können.
Neben den technischen Komponenten besitzt ein Handy der Walkmann-Reihe natürlich etliche weiter Features.
Am intuitivsten sind auf jeden Fall die auf der Frontseite angebrachten Sensortasten, über die auch im geschlossenen Zustand der Musikplayer bedient werden kann. Die Tasten leuchten dabei in einen angenehmen Orange. Mit dem kleinen Schieber an der linken Seite lassen sich diese Sperren und wieder Endsperren.
Bei der Musikdarstellung selbst präsentiert sich das W980 ebenfalls im positiven Licht – im orangen Licht würde da besser passen. Denn während der Player seine Arbeit verrichtet flackern vier orange Lichter innerhalb der weißen Blende am untern Rand zum Takt der Musik. Doch leider hört das Lichtspiel im Standby-Modus schon wieder auf.
Auch die Sony Ericsson bekannte ShakeMe-Funktion hat ihren Platz im Gerät gefunden.
Damit können bei Aktivierung Lieder mit einfachen Schüttelbewegungen ausgewählt werden. Eine Bewegung nach links für den vorherigen Song, nach rechts für den nächsten Titel. Ein nettes Gimmick, auf Dauer über die herkömmliche Eingabemethode aber nicht erhaben.
Ein weiteres bekanntes Feature der schwedisch-japanischen Hersteller ist die ebenfalls im W980 platzierte SenseMe-Anordnung der gespeicherten Songs. Dabei wird die Musik nach unterschiedlichen Stimmungen und Arten wie Traurig, Schnell, etc. geordnet.
Der zusätzlich installierte FM-Transmitter übermittelt eigenen Songs an freien Empfängerplätzen in Radios aller Art. Wer also seine eigene Musiksammlung auf der nächsten Seeparty in voller Lautstärke genießen möchte, muss nur ein tragbares Radio auftreiben und kann dort seine Songs einspeisen. Allerdings darf das Handy hierbei nicht zu weit vom Empfänger weg bewegt werden. Gleiches gilt beim Autoradio. Zudem gerät die Soundqualität etwas in Mitleidenschaft. Dennoch eine nützliche Funktion, die zur Not oder zu entsprechenden Anlässen garantiert nützlich sein kann.
Bei der wichtigsten Funktion eines waschechten Walkmann-Handys spielt das W980 wirklich alles aus uns lässt dabei ziemlich jeden seiner Konkurrenz im Regen stehen. Allein schon der Funktionsumfang scheint riesig und zu jeder Angelegenheit nützlich, im Zusammenspiel mit der glasklaren Klangqualität steigert sich die Freude für Musikfans ins unermessliche.
Ob der Klavierlack vielleicht etwas mit den vorinstallierten Klassikstücken von Mozart, Beethoven etc. zu tun hat??
Sony Ericsson W980 – Multimedia
Was ein Handy heutzutage können muss, beherrscht auch Sonys Musiker – das mobile Internet. Mit einer HSDPA-Geschwindigkeit von 3,6 Mbit/s werden auch umfangreiche Seiten in einer annehmbaren Zeit fehlerfrei dargestellt. Trotz des integrierten Lagesensors muss die Darstellung im Querformat in den Browser-Optionen eingegeben werden. Wer das Internet startet gerät zu erst in ein Schnellzugriffsmenü mit verschiedenen Seiten. Selbst besuchte Seiten werden chronologisch aufgeführt und können so nochmals aufgerufen werden.
Als E-Mail-Maschine eignet sich das W980 jedoch nur bedingt. Wer Unterwegs dennoch nicht auf E-Mails verzichten möchte, der muss damit leben, dass das Handy nicht alle Provider unterstützt. Im selbigen Posteingang geht aufgrund der geringen Nachrichtendarstellung zudem schnell die Übersicht verloren. Im Grunde eine solide Vorstellung des kleinen Musikers, wer einen E-Mail-Service jedoch wirklich nutzen möchte wird sich damit wohl eher nicht zufrieden geben können.
Zu den kleinern Funktionen zählen wie üblich Kalender, Wecker, Taschen- und Umrechner, Spiele, etc.
Bei den Spielen darf man vom W980 aber nicht zuviel erwarten. Zwar laufen auch Spiele in 3D, wie das vorinstallierte Need for Speed, jedoch funktionieren diese nicht vollkommen flüssig. Spiele in 2D sind dafür kein Problem.
Unter Walk Mate findet sich ein kleines Programm mit Schrittzähler. Der Lagesensor erfasst dabei sämtliche Schritte, zählt diese zusammen und stellt das Ergebnis in einer kleinen Grafik dar. Zusätzlich lässt sich noch ein Lernziel festlegen, das allerdings nur eine Schrittgrenze setzt, die überschritten werden soll – im wahrsten Sinne.
Wer schon immer wissen wollte wie spät es in den anderen Teilen der Erde ist, der kann seinen Wissensdurst in Zukunft mit der „Standby World“ befriedigen. Eine dreidimensionale und drehbare Weltkugel zeigt sämtliche aktuelle Uhrzeiten unterschiedlicher Länder an.
Passend zum musikalischen Schwerpunkt des Handys findet sich das Music Mate-Programm wieder ein. Dort werden verschiedene Instrumenten zur Auswahl gestellte, die sich mit unterschiedlichen Tasten spielen lassen. Lerneffekt inklusive!
Natürlich darf die Telefontauglichkeit eines Handys nicht vergessen werden. Und die kann durchwegs überzeugen. Dabei stimmen Empfängerleistung und Sprachqualität, auch wenn letztere nicht ganz mit dem Klang der Musikausgabe mithalten kann. Dennoch gibt es keinen Grund der hierbei gegen ein positives Gesamtbild spricht.
Sony Ericsson W980 – Fazit
Wieder einmal veröffentlicht der schwedisch-japanische Hersteller ein Handy aus der beliebten Musikreihe und setzt damit die Messlatte in Bezug auf eine einwandfreie Musikfunktion für die Konkurrenz besonders hoch. Fans der musikalischen Unterhaltung werden mit dem W980 auf jeden Fall ihre Freude haben. Einzig der fehlende Kartenslot könnte manche trübe stimmen. Fotospezialisten müssen sich zudem nach anderen Alternativen umsehen um ihren Anforderungen gerecht zu werden.
Was am Ende bleibt ist ein Handy, das mit dem Zusammenspiel aus Bedienkomfort, Design, Verarbeitung, Multimedia und natürlich dem genialen Musikplayer die kleinen Macken bei weitem überschatten kann.
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von mkrammer am 6. November 2008 um 09:37 veröffentlicht und unter Sony Ericsson, Testbericht abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |















