Für alle Testberichthungrigen liefern wir nun wieder ordentlich Nachschlag. Dabei möchten wir auf den immer unüberschaubarer werdenden Handymarkt eine Orientierungshilfe bei der Kaufwahl liefern. Aber auch solche, die unsere Berichte aus reinem Interesse lesen, sind natürlich wieder herzlich eingeladen.

Aber nun genug, lest einfach – es ist angerichtet.

Viel Spaß

Euer Handyverzeichnis-Team

Ein Handy wie das Omnia hat es auf der einen Seite nicht leicht. Vorschnell wird es als iPhone-Attrappe abgetan, ohne solch einem Mobiltelefon eine rechte Chance zu geben.

Auf der anderen Seite nutzen viele die billigere Alternative und wissen, dass solche Handys nicht zwangsläufig in die Kerbe des Kult-Phones schlagen müssen und im innern dennoch modernste Technik schlummert – manchmal sogar auch bessere.

Was in Samsungs SGH-i900 Omnia nun wirklich steckt, lesen Sie in folgendem Testbericht.

Samsung SGH-i900 Omnia – Design

Samsung legt bei seinen Mobiltelefonen stets großen Wert auf eine ansprechende Optik. Das Omnia macht hier zum Glück keine Ausnahme. Wie bei Smartphones mit Touchfunktion üblich, wird die Frontseite von einem großen Display dominiert. Im Falle des SGH-i900 von einem stolzen 3,2 Zoll Screen.

Darunter liegen lediglich zwei breite Tasten für Telefonate, die sich perfekt mit dem Metallic-Design am unteren Rand und an den Seitenrändern ergänzen.

Mit seinen Abmessung von 112×56,9×12,5 mm und dem Gewicht von 125 Gramm ist das Omnia mit Sicherheit kein kleines Handy oder Leichtgewicht, liegt damit aber zwischen dem etwas kleineren iPhone und dem leicht größeren HTC Touch Diamond

An den Seitenrändern wechselt das Material etwa in der Mitte von Metallic zu gewöhnlichem schwarzem Kunststoff. Das tut dem Design aber keinen Abbruch, sondern fügt sich perfekt zu einem ordentlichen Gesamtbild zusammen. Natürlich befinden sich dort auch wieder diverse Schnellzugriffstasten für Kamera, Lautstärkeregulierung sowie Hauptmenüzugriff. Auf der linken Seite brachten die Hersteller eine Buchse für Ladekabel und Kopfhörer an, die dank einer beweglichen Klappe perfekt vor äußeren Einfüßen bewahrt werden. Für den beigelegten Stylus befindet sich darüber eine kleine Öse zur Befestigung.

An der komplett schwarzen Rückseite des Omnia findet sich wenig spektakuläres. Lediglich ein kleiner Samsung-Schriftzug ist weit unter der Kameralinse zu erkennen. Die Kunststoffabdeckung macht den optischen Eindruck von gebürstetem Edelstahl. Das wars dann auch schon. Dennoch bleibt Samsungs SGH-i900 ein optisches Prachtexemplar, das mit klaren, minimalistischen Linien überzeugen kann.

Samsung SGH-i900 Omnia – Verarbeitung

An der Verarbeitung gibt es äußert wenig zu bemängeln. Alle Teile verbinden sich nahtlos zu einem einzigen Gehäuse. Des Weiteren macht das gesamte Gerät einen festen und mehr als stabilen Eindruck. Auch die Chromleisten sitzen fest und nahtlos am Gehäuse.

Einzig und allein das Wechseln der Speicherkarte könnte zum Ärgernis werden. Denn hierbei muss nicht nur die hintere Abdeckung entfernt, sondern gleich der gesamte Akku abmontiert werden. Daher empfiehlt es sich immer, das Handy vorher abzuschalten und Warten, bis es vollständig abgeschaltet ist.

Samsung SGH-i900 Omnia – Bedienung

Das Omnia unterscheidet sich bei der Bedienbarkeit schon auf den ersten Blick von anderen Smartphones mit Touchscreen. Am linken Bildschirmrand befindet sich eine Widgets-Leiste, die eine Auswahl zwischen 15 Icons liefert. Dahinter verbergen sich vollständige Programme und Funktionen, die bei Bedarf einfach ins Bild geschoben und angetippt werden. Die Symbolleiste lässt sich praktischerweise je nach Wunsch frei konfigurieren. Nächstes Jahr soll man die Widgets sogar ganz frei erstellen können. Dafür muss dann nur ein Update geladen werden.

Das eigentliche Hauptmenü lässt sich mit einem Tastendruck öffnen und erinnert stark an das des iPhones. 12 Symbole bieten einen direkten und geordneten Überblick über alle Funktionen. Unter den Menüpunkt „Programme“ befinden sich noch Unmengen an weiteren Features und nützlichen Programmen.

Für das Erstellen von Textnachrichten kann der Nutzer auf insgesamt vier Tastarturtypen zurückgreifen, die sich zusätzlich im Querformat anzeigen lassen. Einzig und allen der Abstand zwischen den einzelnen Tasten hätte etwas größer ausfallen dürfen. Anfängliches vertippen weicht aber schnell der Übung und der Gewohnheit.

Das Omnia arbeitet mit dem Betriebssystem Windows Mobile 6.1 – und das ist auch der größte Kritikpunkt des Handys, der sich vor allem auf die Bedienbarkeit ausschlägt. Nicht selten kommt es zu Verzögerungen bei verschiedenen Darstellungen, manche Einstellungen werden zudem unnötig kompliziert gehalten. Einige Optimierungen hingegen gehen spielend, unkompliziert und äußerst schnell von der Hand.

Auch der Touchscreen muss mit leichten schwächen kämpfen. Nicht selten entscheidet sich das Handy beim scrollen für ein Programm, das nur kurz und ohne nennenswerten Druck berührt wurde. Vor allem bei diesem Punkt muss der Nutzer etwas mehr Übungszeit mitbringen. Aber auch hier hat man früher oder später den Dreh raus.

Im Allgemeinen ist das Betriebssystem, bis auf die genannten Mängel, wirklich mehr als zufrieden stellend. Vor allem Dank der unzähligen installierten Programme, die das Handy wirklich zu einem Allrounder werden lassen.

Samsung SGH-i900 Omnia – Kamera

Im Vergleich mit dem SGH-i900 sollten die Konkurrenten im Smartphone-Bereich lieber gleich in Deckung gehen. Allein im Vergleich zum iPhone hat das Omnia um 3 Megapixel die Nase vorn und kommt trotz schlankem Gehäuse auf eine Gesamtzahl von zeitgemäßen 5 Megapixeln.

Mit den Features wie einem leistungsstarken LED-Blitz, dem satten 20 fachen Zoom, sowie Bildstabilisator, Autofokus, Gesichts- und Lächelerkennung und der überaus gelungenen Wide Dynamic Range ist für jede Szenerie der passende Modus vorhanden. Letztere sorgt mit der Panorama-Funktion für besonders beeindruckende Aufnahmen. Dabei werden 8 Bilder zu einem Gesamtbild zusammengefügt.

Insgesamt ist das Omnia mit 14 Modi ausgerüstet, darunter Sport, Dämmerung, Party u. Räume, usw. und deckt jede erdenkliche Anforderung ab.

Wichtiger als die ganze Fotosoftware- und Ausrüstung ist das Ergebnis. Und das überzeugt ebenso wie die technische Ausstattung. Bilder werden Farbgetreu, Realitätsnah und Detailreich wiedergegeben.

Auch die Videofunktion bietet mit einer Auflösung von 640×480 Bildpunkten einen ordentlichen Detailgrad und flüssige 30 Bilder pro Sekunde. Selbst schnelle Bewegungen bringen die Kamera nicht aus der Ruhe. Natürlich können auch hierbei die meisten Einstellungen wie im Fotomodus aktiviert werden. Für den Zeitlupenmodus nimmt das Omnia gar 120 Bilder pro Sekunde auf, allerdings mit einer geringeren Auflösung von 320×240 Pixeln.

Allem Lob zum Trotz beinhaltet die Kamera aber auch kleinere Schwachstellen. So finden sich im Betrachten der Zeitlupenaufnahmen hin und wieder leichte Ruckler ein. Zudem fehlt der Videokamera der Lichtblitz, sowie der Bildstabilisator.

Gut, damit sind aber auch wirklich alle Erbsen gezählt. An den wirklich geringen Schachpunkten sollte sich eigentlich niemand gestört fühlen.

Zudem das Fotografieren und Aufnehmen aufgrund der einfachen Bedienbarkeit über die linken und rechten Einstellungsbalken immer wieder Spaß macht und zu spontanen Schnappschüssen einlädt. Zusätzlich können alle Aufnahmen über den eingebauten TV-Ausgang an großflächigeren Geräten betrachtet werden.

Samsung SGH-i900 Omnia – Musikplayer

Schon bei der Geräteauswahl hat der Käufer die Qual der Wahl zwischen einer 8 GB- und einer 16 GB-Variante. Natürlich mit preislichen Unterschieden in der Anschaffung.

Abweichend von der Kapazität des internen Speichers ist auf dem Omnia der Windows Media Player 10 installiert.

Dieser ist übersichtlich gestaltet und erlaubt die einfache Bedienbarkeit der wichtigsten Funktionen wie Lautstärkeregulierung, Play/Pause, usw. Zusätzlich lassen sich alle gespeicherten Covershots groß darstellen. Besonders erwähnenswert ist die überaus gute Performance des Players, der im Zusammenspiel mit den mitgelieferten Kopfhörern ein hochwertiges Klangbild erzeugt.

Das positive Gesamturteil wird nur durch die etwas mauen Einstellungsmöglichkeiten getrübt. Neben den Standartbedienelementen wird nur noch eine Repeat- und Shuffle-Funktion geboten.

Trotz weniger Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten verrichtet der Media Player stets zuverlässig seinen Dienst.

Weit mehr Features, dafür ein schlichteres Design findet der Nutzer im Samsungs Touch Player. Vor allem die einfachere Bedienbarkeit über die großen Icons konnte uns im Test überzeugen. Das zunächst kleine Albumcover wird mit einem einzeigen Fingertipp auf volle Größe gezogen. Auch die verschiedenen Alben werden mit dem Finger wie beim iPhone durchgeblättert und zugleich ausgewählt. Ein weiterer Tipp zeigt alle enthaltenen Lieder an.

Zu den gewohnten Standarteinstellungen findet sich noch ein praktischer Equalizer, samt Shuffle, Repeat und die Möglichkeit ein, eigenen Songlists zu erstellen.

Zusätzlich kann der Musikbegeisterte auf ein ordentliches Radiopaket zugreifen. Dazu muss lediglich das Headset angeschlossen werden, das gleichzeitig als Empfängereinheit dient. Besonders die gute Empfangsleistung der RDS-Signale gefiel uns außerordentlich gut. Damit werden auch Sendername und zusätzliche Infos empfangen. Wer unterwegs, oder auch Zuhause gerne Radio hört kann mit dem Omnia gleich 30 Sender abspeichern.

Samsung SGH-i900 Omnia – Multimedia

An mangelnden Multimediaeigenschaften muss sich bei Samsungs Omnia wohl niemand beschweren. Denn gerade in diesem Bereich kann das SGH-i900 seine Stärken ausspielen.

Aber fangen wir zunächst mal mit der Internetfähigkeit an.

Mit einer HSDPA-Verbindung von 7,2 Mbit/S, sowie GPRS, EDGE und WLAN müsste das Handy doch ein wahres Talent fürs mobile Internet besitzen? Und das hat es auch.

Selbst umfangreiche Seiten werden bei guter Verbindung in ca. 9 Sekunden vollständig aufgebaut und angepasst. Dabei überzeugt nicht nur die exellente Darstellung, sondern auch die Bedienung passt zur übrigen Internetperformance. So werden Seitenausschnitte mit einem einfachen Doppelklick heran- und weggezoomt. Mit einer Drehung wird die Seite im übersichtlicheren Querformat angezeigt.

Auch bei dir Ausgabe diverser Videoformate hat das Omnia ein ernstes Wörtchen mitzureden. Als eines der wenigen Handys beherrscht das Samsung die Wiedergabe von DivX-Dateien. Weiterhin werden die Formate WMH- H.264 und MPEG ohne Probleme abgespielt. Auf Flash-Vidoes (YouTube) muss man leider verzichten. Nicht einmal ein YouTube-Client wurde eingebaut, um dieses Problem ein wenig zu umgehen.

Wer gerne Daten von seinem PC auf sein Handy überträgt, der kann auch Word, Excel und PowerPoint-Präsentationen auf sein Omnia laden und mittels Viewer betrachten.

Zur spielerischen Unterhaltung tragen von Haus aus „Bubble Breaker“ und „Solitär“ bei.

Selbst den Vergleich zum eigenständigen Navigationsgerät muss das Samsung SGH-i900 Omnia nicht scheuen. Bzw., erlaubt man die Routenabfrage über Internet. Dann ist das Handy in wenigen Sekunden bereit zum Navigieren. Anders sieht es da hingegen mit der gewöhnlichen GPS-Variante aus. Hierbei kann es anstelle aus wenigen Sekunden schon mal geschlagene Minuten werden. Zudem geht die Signalübertragung schnell verloren. Anpassungsfanatiker können mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten ziemlich jedes Detail verändern und bearbeiten.

An der mitgelieferten Navigationssoftware „Route 66“ gibt es hingegen nichts zu bemängeln. Darauf findet sich das Gesamte Kartenmaterial für Deutschland, Österreich und der Schweiz, die auf dem mitgelieferten 1-GB Speicherstick gespeichert sind.

Zu den weiteren und wichtigen installierten Programmen gehören ein Taschen- sowie Umrechner, ein Taskmanager, eine Suchfunktion, ein Videobearbeitungsprogramm, ein Visitenkartenleser, Wecker, digitaler Notizblock, Aufgabenliste, usw. Alle Funktion aufzuzählen würde eine Ewigkeit dauern.

Man kann also leicht erkennen, dass im Omnia weit mehr als ein gewöhnliches Multimediahandy steckt.

Samsung SGH-i900 Omnia – Fazit

Ein Fazit über das Omnia zu schreiben fällt wahrlich nicht leicht. Bedenke man die schiere Funktionsvielfalt, auch in qualitativer Hinsicht, erhält man hier ein Handy, das für jede Situation gewappnet ist. Vor allem Kamera, Musikplayer mit enormen Speicherpotential und viele weitere Features glänzen auf hohem Niveau, während das veraltete, und oft unnötig komplizierte Betriebssystem manchmal die Bedienung erschwert und so etwas den Spaß aus den Segeln nimmt.

Doch die kleinen Mängel können nicht darüber nicht hinweg täuschen, dass das Omnia ein Meisterwerk aus dem Hause Samsung ist

Wer ein Multimediahandy mit besonderem Funktionsumfang sucht, der kann hier bedenkenlos zugreifen. Skeptiker empfiehlt sich ein eigenständiges Probieren der Bedienung des Betriebssystems.

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