Umfangreiche und moderne Technik, verpackt in einem besonders leichten und stilvollen Gehäuse. Wer denkt hierbei muss es sich um teures Handy handeln, der täuscht. Billige Handys sind In! Denn das Nokia N79 spielt trotz der umfangreichen Technik im Niedrigpreissegment. Ob dafür Abstriche gemacht werden müssen, dass erfahren Sie wie immer in unseren umfangreichen Testbericht.


Nokia N79 – Design

Optisch verhält sich das Nokia N79 eher schlicht und unauffällig. Von einem langweiligen Design kann hierbei dennoch nicht gesprochen werden. Denn Kunststoff- und Metalleinlagen erstrahlen auf dem gerade einmal 110x49x15 mm kleinen Gehäuse in einer perfekten Abmischung, die zudem besonders stillvoll wirkt.

Die finnischen Hersteller lassen auch bei diesem Gerät wieder denn alten Trend zu Wechselcover aufleben. Zwar kann nur die Rückseite vom Gerät getrennt werden, dafür liegen im Karton die Farben Coral Red, White und Espresso Brown bei. Diese ergänzen sich alle hervorragend mit der milchweißen Frontabdeckung. Zusätzlich können noch weitere Abdeckungen gekauft werden.

Mit einer Darstellung von satten 16 Millionen Farben und einer 320×240 Pixel starken Auflösung wird das 2,4 Zoll große Display jeder Anforderung gerecht. Der eingebaute Lichtsensor reguliert nicht nur die Helligkeit des Displays an dem Umgebungslicht, sondern hilft zeitgleich Energie zu sparen. Der Lagesensor passt das Bild an die jeweilige Handyausrichtung an.

Ein weiteres Designhighlight ist mit bloßem Auge nicht zu entdecken. Erst wer das N79 in den Händen hält wird sich über das geringe Gewicht wundern, das als eines der wenigen Handys die 100 Gramm Marke unterschreitet. 97 Gramm Gewicht bringt das Multimediagerät auf die Waage, um genau zu sein. Das freut vor allem diejenigen, die ihr Handy stets in der Hosentasche mit sich tragen.

Nokia N79 – Verarbeitung

Während Geräte aus dem Hause Sony Ericsson in diesen Punkt generell keine Schwächen aufweisen, erlauben sich die finnischen Hersteller so manches Mal Fehler. Wie sieht es aber bei unserem Testhandy aus?

Zum großen Teil ist die Verarbeitung sehr gut gelungen. Metall- und Kunststoffbauteile fügen sich zu einem äußerst robusten Gerät zusammen, lästige Knarzgeräusche sucht man vergebens und die Tasten sitzen fest an Ort und Stelle, ohne diese hin und her bewegen zu können

Wer nach ungleichen Spaltenbreiten Ausschau hält wird ebenfalls kaum fündig werden. Während diese auf der Frontseite gar nicht auszumachen sind, zeigt die Rückseite mit ihrer Akkuabdeckung minimale Abweichungen. Stören sollte sich daran eigentlich niemand, denn diese sind wirklich sehr gering ausgefallen und machen sich nur durch genaues Hinsehen am hinteren Ende bemerkbar.

Auch wenn sich die Akkuabdeckung beängstigend leicht vom Gehäuse lösen lässt, lockerte sich diese in unserem Test niemals selbstständig. Dafür ist die Schalung mit einem Druckpunkt gesichert, der zum abmachen zunächst eingedrückt werden muss. Danach kann das Rückcover ziemlich leicht abgetrennt werden. Auch wenn dies nicht bemängelt werden soll und gut funktioniert, hinterlässt es dennoch einen billigen Eindruck.

Etwas anders sieht es dafür bei dem Akku selbst aus, der sich nur mit erhöhtem Kraftaufwand aus dem Gerät entfernen lässt. Die SIM-Karte lässt sich leicht mit einem Schiebemechanismus aus dem Gehäuse lösen.

Trotz dieser kleineren Mankos wird das Gesamtbild der guten Verarbeitung nicht getrübt.

Nokia N79 – Bedienung

Erlaubte sich das Nokia bislang keine größeren Mängel, werden so manche von diesem Punkt etwas zurückgeschreckt werden. Denn sagen wir es kurz – die Bedienung ist der größte Schwachpunkt des N79.

Das macht sich schon bei den Zifferntasten schnell bemerkbar. Diese verfügen zwar über einen kurzen und reaktionsschnellen Tastenhub, dafür fehlt die fühlbare Orientierung vollkommen. An diesen Umstand kann man sich zwar gewöhnen, schlimmer ist allerdings der Druckpunkt, bzw. die Druckstärke die für eine Eingabe aufgewendet werden muss. Denn das N79 verlangt vom Nutzer deutlich mehr Kraft ab, als bei Handys gewöhnlich üblich ist. Vor allem Vieltipper werden somit auf eine harte Ausdauerprobe gestellt.

Von eben diesen Schwachpunkten bleiben aber auch die Navigations- und umliegenden Tasten nicht verschont. Schlimmer ist es da nur noch bei den beiden Sensorfeldern, die Mittig der hervorstehenden Schnellzugriffstasten angebracht wurden. Mit diesen lässt sich das Hauptmenü öffnen oder bestimmt Objekte oder Textpassagen löschen. Das ist zwar gut gemeint und an sich auch keine schlechte Idee, wurde aber äußerst schlecht gelöst, denn schnell tippt man zuerst auf die hervorstehenden Tasten.

Auch die Seitentasten zur Kameraaktivierung und Lautstärkeregulierung lassen sich nur äußert schwammig erfühlen und betätigen.

Gerade bei der Bedienung macht sich schnell bemerkbar, wo Nokia den Sparhammer für das günstige Multimediahandy angesetzt hat. Zurecht ist da N79 unserer bislang schlechtestes Handy im Bereich der Handhabung. Vorher lieber also erst ausprobieren.

Nokia N79 – Kamera

Trotz des günstigen Einstandspreises besitzt das Nokia eine 5 Megapixel starke Kamera im Gehäuse. Da dieser Fotochip allein noch keine guten Bilder produziert, wird eben dieser von technischen und softwarebedingten Features unterstützt.

Die interessantesten Funktionen stellen für die Meisten die Hardwarekomponenten dar, daher wollen wir die Kamera zunächst auf dieser Seite beleuchten.

Im geöffneten Zustand befindet sich direkt über der Carl-Zeiss-Linse ein Blitzlicht. Für die ausgesprochen hohe reichweite von guten 2 Metern benutzt das N79 gar zwei Blitzlichter, die den im Fokus liegenden Aufnahmebereich für den gewünschten Moment in sehr helles Licht tauchen. Zwar schleichen sich bei solchen Aufnahmen Bildrauschen und Unschärfe ein, dennoch können sich die Bilder trotz des künstlichen Lichts sehen lassen und geben auf der genanten Entfernung kaum einen Unterschied zu taghellen Aufnahmen preis.

Aber auch die Videoaufnahme kommt mit einer Auflösung von 680×480 Pixeln (VGA), bei 30 Bildern pro Sekunde und zuschaltbaren Bildstabilisator nicht zu kurz.

Über den TV-Ausgang können Schnappschüsse und Videos großflächig an Wiedergabegeräten wie Fernseher, Beamern etc. betrachtet werden. Das Kabel muss zusätzlich aber noch gekauft werden, denn im Lieferumfang ist dies leider nicht enthalten.

Die Linse selbst wird mit Hilfe einer einfachen Schiebevorrichtung vor äußeren Einflüssen geschützt. Durch einfaches Wegschieben dieser wird gleichzeitig die Kamera aktiviert.

Kommen wir aber nun zu den Einstellungsmöglichkeiten des 5 Megapixlers. Dank einer Vielzahl von Aufnahmemodi wie Autofokus, Nahaufnahme, Porträt, Landschaft, Sport und Nacht kann die Kamera an alle Situationen angepasst werden. Selbstauslöser und Serienaufnahmen können zusätzlich noch zu geschalten werden.

Da Geotagging im Bereich der Handykameras ja eigentlich schon zum Standart gehört, darf diese Funktion im N79 natürlich nicht fehlen. Damit lassen sich zu jedem geschossenen Bild zusätzliche Koordinationsdaten des Aufnahmeorts abspeichern, der dann über Google-Maps noch einmal aus der Vogelperspektive betrachtet werden kann. Diese Möglichkeit ist vor allem bei Urlaubsbildern sehr beliebt und wird nun langsam aber sicher auch bei eigenständigen Kamerageräten eingebaut.

Bei der Handhabung der Kamera hatten wir im Test keinerlei Probleme. Alle Einstellungsmöglichkeiten werden selbstredend und übersichtlich über verschiedene Symbole an rechten Rand dargestellt. Diese Symbolleiste kann in wenigen Augenblicken auch selbst konfiguriert werden. Somit kann jeder für sich entscheiden, welche Features am meisten benötigt werden.

Doch trotz aller zuschaltbaren Funktionen und Hardwarekomponenten bleibt das Bildergebnis selbst das Maß aller Dinge. Und das konnte uns mit einer scharfen Auflösung, guten Kontrast und farbechten Bildern wirklich überzeugen. Auch weit entfernte Objekte lassen sich mit 8-facher Vergrößerung noch deutlich heranzoomen.

Fotofans und Hobbyfotografen bekommen mit dem Nokia N79 eine sehr gute Kamera mitgeliefert, die sich für jede Situation eignet und dabei eine konstant hohe Leistung bietet.

Nokia N79 – Musikplayer

Da sich das Nokia N79 als Multimediahandy versteht, ist ein installierter Musikplayer Pflicht.

Dafür packten die Hersteller eine 4 GB große MicroSD-Speicherkarte in den Lieferumfang, der bis zu 1000 Lieder fassen kann. Allerdings wurden 1 GB bereits mit Kartenmaterial für die Navigationsfunktion belegt, auf die wir im Bereich Multimedia genauer eingehen werden. Das Kartenmaterial kann aber ohne weiters von der Speicherkarte entfernt werden. Wer mehr digitalen Ablageplatz benötigt kann bis zu 8 GB einlegen.

Die beigepackten Kopfhörer machen zwar optisch einiges her und erinnern an die Produkte der Apfel-Marke, lassen einen ausgewogenen Klang und Bässe aber vermissen. Zum Glück dachten die Entwickler von Nokia in diesem Fall einen Schritt weiter, denn dank des 3,5 mm Anschlusses können Musikfans auf die größte Köpfhörerauswahl ausweichen und müssen kein teures Zubehör dafür erwerben. Bei vielen Sony Ericsson Geräten ist dies leider nicht der Fall. Ein klarer Punkt, der für Nokia spricht. Und mit anderen Ausgabegeräten hört sich der Klang auch deutlich besser an. Der integrierte Lautsprecher hingegen teilt sich nicht die Probleme der beigelegten Kopfhörer und bietet klaren und kräftigen Sound.

Der integrierte UKW-Radio sorgt unterwegs für musikalische Unterhaltung. Für die schnelle Sendeermittlung verfügt das Nokia über einen automatischen Sendelauf. Gefundenen Radiostationen werden im Sendeverzeichnis aufgelistet und können dort jederzeit gewechselt und aktualisiert werden.

Zusätzlich können Autoradio, tragbare Musikanlage und andere Empfänger die eigenen Musikdateien mittels FM-Transmitter abspielen. Dafür sendet das Handy eine Frequenz aus, die von Radioempfangsgeräten aufgenommen werden kann.

Doch die Reichweite hierbei hält sich beschränkt. Nach etwa vier Meter Abstand zum Empfänger verschwindet das Signal im Nirvana. Dafür kann sich Qualität der ausgestrahlten Signale wirklich hören lassen. Nur selten schleichen sich kleine Störungen ein.

Nokia N79 – Multimedia

Mobiles Internet ist auf Handys ja schon lange keine Neuheit mehr. Ein Multimediagerät wie das Nokia N79 beherrscht diese Funktion natürlich auch.

Besonders für Youtube-Freunde wird sich ein Blick in den Browser lohnen. Denn statt einer abgespeckten mobilen Version der Videobibliothek hat man hier Zugriff auf die vollständige Seite. Zusätzlich können die Videos mit wenigen Klicks auf die vollständige Displaygröße angepasst werden.

Hier gefiel uns vor allem die schnelle HSDPA-Verbindung, die mit 3,6 Mbit/s spürbar schneller arbeitet als EDGE. Der sonstige Seitenaufbau kann sich sehen lassen, muss sich bei umfangreichen Seiten aber eine kleine Verschnaufpause gönnen. Über den eingebauten WLAN-Empfänger läuft der Seitenaufbau hingegen etwas schneller.

Zu den weiteren Stärken zählt der schnelle AGPS-Empfang für die mobile Navigation. Der Standort wird mit einer Dauer zwischen 8 – 11 Sekunden ermittelt. Danach kann es auch schon los gehen. Allerdings ist dies nicht wörtlich zu nehmen, denn als mobiler Navigator zu Fuß taugt die installierte Software für Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht.

Die vorinstallierte Version kann dabei für 6 Monate getestet werden, danach ist für die weitere Nutzung der Kauf erforderlich. In der Vollversion gibt es dafür akustische Hinweise zur mobilen Navigation.

Im Bereich mobile Gaming mausert sich das Nokia zu einem echten Spiele-Handheld, der flüssige 3D-Grafiken auf den Screen zaubert, die für Handyverhältnisse besonders beeindruckend aussehen. Nur das iPhone hält die Messlatte höher. Extra für diesen Bereich gibt es für ein Handy erstmals einen separaten Controller, der im Lieferumfang aber leider nicht zu finden ist. Besonders die hauseigenen N-Gage-Spiele überzeugen mit aufwendigen Grafiken. Vorab finden sich 15 Demospiele installierte, mittels Gutschein lässt sich ein Spiel nach Wahl in eine Vollversion umwandeln. Weitere Games müssen aber käuflich erworben werden.

Ein ebenso positiver Punkt des Nokias ist die lange Akkulaufzeit. Dieser muss selbst bei intensiver Nutzung nur alle drei Tage mit neuer Energie versorgt werden.

Auch Empfangsstärke und Sprachqualität sind wie gewohnt auf hohem Nokiastandart. An diesen Punkten gab es in unserem Test nichts zu rütteln. Vor allem die Empfangsstärke lässt den Nutzer so gut wie nie im Stich und hält sich meist im oberen Balkenbereich.

Weitere Programme wie Umrechner, Taschenrechner, Alarm, Kalender, etc. sind natürlich ebenso installiert.

Nokia N79 – Fazit

Was können Technikfans eigentlich mehr verlangen? Geotagging, 5 MP-Kamera mit einem erstaunlichen Blitzlicht, leistungsstarkes Display, vorbildliche Gamingfunktion, etc. Die Liste der überzeugenden Hardware- und Softwarekomponenten ließe sich ewig fortsetzen. So bietet das N79 all modernen Funktionen, verpackt in einem besonders leichten Gehäuse. Und das zu einem erstaunlich günstigen Preis, der im Vergleich zum Leistungsverhältnis besonders niedrig und fair angesiedelt ist.
Dafür erlaubt sich das Nokia aber einige Mängel im Bereich der Handhabung. Das war in unserem Test aber auch der Einzig große Schwachpunkt. Und dieser wird preisbewusste Multimedianutzer aber kaum zurückschrecken können. Denn das Preis-Leistungsverhältnis bleibt einfach ungeschlagen.

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