Mit der beliebten E-Serie zeigt Nokia, das sich Design und Businessfaktor hervorragend kombinieren lassen und umfangreiche Funktionen dennoch im Vordergrund stehen können.

Warum der direkte Nachfolger des E65 aber noch einen Schritt weiter geht als seine Serienkollegen lesen Sie im folgenden und umfangreichen Testbericht.

Nokia E66 – Design

Ein gerngesehenes Material der E-Serie scheint Metall zu sein. Das Nokia E66 kann schon auf den ersten Blick mit eben diesem Punkten und verzichtet weitgehend auf die üblichen Kunststoffabdeckungen.

Neben diesen Materialien beherrscht das 2,4 Zoll Display die Frontseite des Handys. Darunter befindet sich der bewährte Navigationskey, nebst diversen Schnellzugriffstasten für Telefonate, Kontakte, E-Mail, Kalender und Hauptmenü. Eine weitere Menü- und Internettaste befindet sich je am linken- und rechten Rand unterhalb des Bildschirms. Diese können aber auch frei konfiguriert werden. Zwischen den lang gezogenen Telefonelementen versteckt zusätzlich eine Löschtaste.

Die übrigen alphanumerischen Tasten offenbaren sich mit einem leichten Druck auf den hervorstehenden unteren Rand. Diese bestehen vollkommen aus griffigem Kunststoff und überzeugen mit einem angenehmen Druckpunkt und gleichmäßigen Abständen.

Weiter Tasten zu einzelnen Programmen finden sich wie üblich an den Seitenrändern des Handys. An der linken Seite brachten die Entwickler einen Micro-USB-Anschluss, sowie ein Port für das beigepackte 2,5 mm Stereo-Headset.

Am rechten Seitenrand befinden sich eine Lautstärkewippe, ein Druckpunkt für Sprachbefehle und eine Aufnahmentaste für die 3,2 Megapixel Kamera.

Am untern Rand findet man den Anschluss für das Ladekabel, während am oberen Ende die Power-Taste angebracht wurde. Diese Taste erstrahlt in einem kräftigen Rot und passt so gar nicht zum silber-grau abgestimmten Gesamtbild.

Den größten Teil der Rückseite nimmt die metallenen Akkuabdeckung ein, die neben der auffälligen und stillsichern Optik mit einer geriffelten Oberfläche überzogen ist. Das erhöht nicht nur die Griffigkeit, sondern sieht auch noch gut aus.

Weiterhin findet sich dort im mittleren, oberen Rand die integrierte Digitalkamera mit LED-Blitz und Nokia-Schriftzug.

Zusätzlich legten die Entwickler ein Ledercase bei, das schick aussieht und das Handy vor Stößen schützt.

Nokia E66 – Verarbeitung

An der Verarbeitung gibt es wenig zu bemängeln. Alle Teile sitzen perfekt am 107x49x13 mm großen Gehäuse. Der Slidermechanismus schließt und öffnet zuverlässig und gibt ein präzises Feedback über den Schnapppunkt. Zudem offenbart der Schiebemechanismus kein Wackeln oder sonstiges, was auf eine schlechte Verarbeitung hindeuten könnte.

Auch die Zifferntasten der Tastatur sitzen fest und präzise in einem leicht abschrägten Winkel am Gehäuse und überzeugten im Test mit einer hohen Griffigkeit, einem angenehmen Druckpunkt und guten Abständen.

Dagegen können die Schnellzugriffstasten unterhalb des Displays leider nicht mithalten. Insbesondere am Vermitteln der Druckpunkte und an der fehlenden Handlichkeit scheitern diese Tasten. Ansonsten stimmen auch hier die gleichmäßigen Zwischenräume.

Die Akkuabdeckung lässt sich über zwei einfache Druckknöpfe an den Seitenrändern lösen, sitzt aber dennoch bombenfest am Gehäuse. Auch der USB-Port ist mit einer festen Verdeckung hervorragend vor äußeren Einflüssen geschützt.

Aufgrund des verwendeten Materials hat sich aber auch ein ärgerlicher Mangel eingeschlichen. Nach jeder Berührung könnte man das E66 von Fingerabdrücken und Schmierern befreien. Diese machen sich vor allem an den Seitenrändern rund ums Display und an der metallenen Rückseite bemerkbar. Aber auch der Bildschirm selbst scheint Fingerabdrücke speichern zu wollen. Gerade für Sauberkeitsfanatiker ein erheblicher Kritikpunkt.

Ansonsten hält man ein stabiles Mobiltelefon in den Händen, das bei der Verarbeitung an sich eigentlich alles richtig macht.

Nokia E66 – Bedienung

Nokia-typisch fällt die Bedienung wieder einfach und übersichtlich aus. Dabei wurde das gesamte Hauptmenü energiesparend konzipiert. Das auf dem Startbildschirm angezeigte Schnellzugriffsmenü lässt sich frei konfigurieren und somit nach eigenen Vorstellungen und belieben anpassen.

Selbst an einen Task-Manager dachten die finnischen Entwickler. Damit wird auf einen Blick klar, welche Programme gerade im Hintergrund arbeiten. Das Switchen der angezeigten Programme wird so zum Kinderspiel.

Über einen einfachen Druck auf die Power-Taste gelangt man schnell in die Profilübersicht. Dort können die Profile spontan aktiviert und personalisiert werden.

Wie im ersten Satz erwähnt hält sich das Nokia an sein gewohntes Bedienkonzept. Alle Funktionen sind logisch im Menü gegliedert und die Handhabung selbst geht fließend in Fleisch und Blut über. Trotz der unzähligen Programme bewahrt der Nutzer stets die Übersicht über Menü und Anwendungsmöglichkeiten.

Nokia E66 – Kamera

Das Nokia E66 ist für ein Handy der E-Serie mit einer erstaunlich guten Kamera ausgerüstet. Mit der Megapixelanzahl zieht das Handy mit den Serienkollegen E71 (3,1 MP) und dem E90 Communicator (3,2) gleich. Die restlichen Serienvertreter weisen deutlich weniger oder gar keine Kamera auf.

Die Kamera des E66 kann mit zusätzlichen Funktionen wie LED-Blitz, 4 Fach-Zoom, Autofokus und Makromodus die Serienmodelle ausstechen. Zusätzlich werden verschiedenen Aufnahmenmodi wie Nahaufnahme, Porträt, Landschaft und Nacht geboten. Wer möchte fügt dem Bild weitere Effekte hinzu (Sepia, Negativ, etc.), regelt den Weißabgleich oder tobt sich mit den weiteren Einstellungsmöglichkeiten aus.

Vor allem hier zeigt sich einer der größten Pluspunkte des Handys – die einfache Handhabung. Wirklich alle Kameraeinstellungen können dort ausgeführt werden und erklären sich vollkommen von selbst. Mit einem einzigen Versuch sollte sich wirklich jeder mit der Kamera auskennen. So sollte Bedienung bei einem modernen Mobiltelefon funktionieren.

Am wichtigsten Punkt, dem Ergebnis, bleibt das Nokia aber beständig. Die Qualität reist zwar keine Bäume aus, die geschossenen Aufnahmen können sich trotzdem überwiegend sehen lassen. Negativ fiel uns vor allem das starke Pixelrauschen in dunklerer Umgebung auf. Das konnte selbst der leistungsstarke LED-Blitz nicht ausgleichen. Bei Tageslicht wirkten die Farben hingegen etwas zu leuchtstark.

Auch Videoaufnahmen scheut die Kamera nicht. Diese werden mit 640×480 Bildpunkten aufgenommen und nur durch die vorhandene Speicherkapazität limitiert.

Punkten kann die Kamera vor allem Aufgrund der wirklich einfachen Bedienung. Zusätzlich trägt das Display mit einer Auflösung von 320×240 Bildpunkten und einer Darstellung von 16,7 Millionen Farben zum überwiegend positiven Gesamtbild bei.

Wer möchte kann die Aufnahmen auch gleich in den eigenen Blog einfügen, als MMS oder per E-Mail verschicken.

Nokia E66 – Musikplayer

Auch für ein Handy im Smartphone-Bereich ist eine Musikwiedergabe Pflichtprogramm. Der internen Speicher von 110 MB bietet für Musikdateien an sich wenig Platz, mit der mitgelieferten 2 GB MicroSD-Karte sieht es da schon weitaus besser aus. Denn dieser Platz reicht für rund 25 Alben, je nach Umfang. Wem das immer noch nicht reichen sollte legt einfach eine 8 GB Karte ins Gehäuse.

Die Soundausgabe erfolgt Wahlweise über den eingebauten Monolautsprecher oder über das Stereoheadset. Im Test konnte vor allem der Lautsprecher mit klaren Klängen überzeugen, der nur im oberen Lautstärkebereich mit leichten Schwächen zu kämpfen hat, dennoch verständlich bleibt.

Dafür überzeugt die Soundwiedergabe des beigelegten Headsets nicht wirklich. Das liegt in erster Linie an der schwachen Klangqualität und dem etwas unbequemen Design. Wer nach Ersatzkopfhörern sucht wird dabei nicht vor der Qual der Wahl stehen, denn das Nokia E66 unterstützt nur Geräte mit einem 2,5 mm Format. Kabellose Ohrstecker mit einer Bluetooth-Verbindung (A2DP) sind hingegen problemlos anwendbar.

Wer gerne an der Soundwiedergabe bastelt, kann sich mit der Equalizerfunktion austoben. Neben vorgefertigten Musikrichtungen können auch eigene Klangmuster erstellt werden.

Neben Podcasts beherrscht das Nokia auch den Empfang von UKW-Radios und bietet dafür einen Speicherplatz für bis zu 50 Sender.

Nokia E66 – Multimedia

Natürlich beherrscht ein Business-Handy wie das Nokia E66 noch weitaus mehr als die oben genannten Funktionen und Programme. Oftmals unterscheidet sich ein Mobiltelefon an den kleineren Anwendungsmöglichkeiten von den Konkurrenten. Das E66 zieht hierbei aber keinesfalls die Handbremse.

Für ein Handy dieser Kategorie muss natürlich eine Mailfunktion vorhanden sein. Und diese läuft auf dem Nokia zu Hochform auf. Alle Anhänge, egal ob Office-, Bilder, HTML- oder Audiodateien, werden übersichtlich dargestellt und mit dem richtigen Programm geöffnet.

Zusätzliche Einstellungen erlauben Signaturen und vieles mehr. Trotz der mehr als gelungenen E-Mail-Funktion sollte jeder vorher ausprobieren, ob er mit der fehlenden Tastatur zurecht kommt.

Wer gerne im Internet zum Chat über Skype, MSN und Co. greift, der muss beim Nokia E66 ebenfalls nicht zurück stecken, sondern kann die genannten, und mehr Programme, einfach installieren und unterwegs los chatten.

Das Navigationsgerät hat sich in vielen Autos bereits als Standart eingeschlichen. Der Grund liegt auf der Hand. Moderne Geräte arbeiten zuverlässig und ersparen lästiges Kartenstudieren auch in fremden Gegenden und Ländern. Seit einiger Zeit findet sich der praktische Verkehrshelfer auch in zahlreichen Handys wieder, manchmal mehr schlecht als recht.

Das E66 hingegen macht größtenteils alles richtig.

Zwar werden zur Erstlokalisierung gut und gerne acht Minuten in Anspruch genommen, steht die Verbindung aber einmal, verrichtet der Naviassistent seinen Dienst flüssig.

Das Kartenmaterial (Nokia Maps 2.0) kann im Internet kostenlos vom PC aufs Handy geladen werden. Wer auf eine sprachgeführt Navigation nicht verzichten möchte muss hingegen bezahlen, hierbei schwanken die Preise je nach Verwendungsdauer. Das gleiche gilt für das Abrufen aktueller Verkehrsmeldungen. Weiterhin können digitale Reiseführer für unterschiedliche Länder erworben werden, ebenfalls kostenpflichtig.

Bei der sprachgesteuerten Navigation kommt der Monolautsprecher zum Einsatz, der in unserem Test in jeder Situation verständlich war.

Das verständliche und einfache Menü kann den durchwegs positiven Eindruck nur fortsetzen.

Das mobile Internet kann mit dem Nokia E66 ebenfalls genutzt werden. Dank des leistungsstarken und zuverlässigen Browers meistert das Handy selbst umfangreiche Seiten in einer annehmbaren Geschwindigkeit (HSDPA 3,6 Mbit/s) und stellt diese Fehlerfrei und übersichtlich auf den 2,4 Zoll großen Display dar. Noch übersichtlicher geht es mit einem Schwenk ins Querformat – der Lagesensor macht dies problemlos möglich.

Zusätzlich hat der Browser noch einige Zusatzfunktionen im Programm. Dazu zählt eine Seitendruckfunktion über einen per Bluetooth angeschlossenen Drucker, sowie das problemlose Verwalten mehrer Seiten gleichzeitig.

Neben der schnellen HSDPA-Verbindung werden noch EDGE, GPRS und sogar WLAN unterstützt.

Des weiteren finden sich die üblichen Funktionen wie Wecker, Taschen- und Umrechner, Kalender etc. im Gerät

Was ein Handy neben den ganzen zusätzlichen Programmen aber hauptsächlich auszeichnet ist das kabellose Telefonieren. Im letzen Punkt unseres Tests gibt Nokia´s E66 noch mal ordentlich Gas und schlägt in Sachen Sprachqualität den größten Teil der Konkurrenz. Gesprächspartner klingen stets unverfälscht und selbst bei höherer Lautsstärke bleibt das Gespräch frei von Nebenklängen.

Nokia E66 – Fazit

Mit dem Nokia E66 muss man sich keine Gedanken um fehlende Funktionen machen. Alles, und noch mehr, was man sich von einem Business-Handy wünschen kann steckte der finnische Hersteller in ein mehr als kompaktes und stillsicheres Gehäuse. Die kleineren Schwächen werden von den überragenden Stärken locker in den Schatten gestellt. Wer sich dieses Handy zulegen möchte kann bedenkenlos zugreifen. Nokia´s E66 gehört aktuell zweifelsohne zu den besten Handys seiner Zeit.

Share and Enjoy: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit