Derzeit sieht es für Nokia alles andere als rosig aus: Zwar hat das finnische Unternehmen noch immer die Nase vorn wenn es um den weltweiten Handyverkauf geht, doch in der Oberliga, den Smartphones, mischt der Hersteller nur marginal mit.

Kein anderes Unternehmen versucht so hartnäckig Fuß in diesem Segment zu fassen, und kein anderes Unternehmen enttäuscht Fans und Fachleute gleichermaßen so sehr wie Nokia.

Dabei sparte man zu Beginn nicht mit großen Tönen: Apple bilde mit ihrem Handy nur ein Nischenprodukt, und Android sei nur ein Hype, der durch Verkaufszahlen nicht gestützt wird.

Die Realität ist dann wohl doch härter, als all die markanten Sprüche der Nokia-Bosse.

Nach einem weiteren schwachen Quartal soll nun der Nokia Chef Olli Pekka Platz für seinen Nachfolger machen. Bereits Ende diesen Monats wolle man sich intern auf eine Person einigen, so will es das Wall Street Journal erfahren haben.

Was bewegt Nokia zu diesem Schritt?

Nokia sieht diesen Schritt als notwendig an, da sich in der internen Unternehmensstruktur und an den Produkten einiges ändern soll. Die Kunden selbst klagen häufig über langweiliges Design, schlechte Verarbeitung sowie Materialwahl. Doch im Mittelpunkt der Kritik steht seit langem das altbackene Betriebssystem Symbian.

Zu unflexibel sei es, den modernen Ansprüchen nicht gewachsen und gegenüber iPhone OS und Android schlicht chancenlos. Vor allem der Ovi-Store biete für Kunden wie Anbieter kaum interessantes.

Erst am 26. Mai 2010 öffnete der Online-Store seine digitalen Pforten, doch die Bilanz nach drei Monaten ist ernüchternd: Nur 10 Millionen Downloads verzeichnete Nokia in dieser Zeit, bei gerade einmal 1,7 Millionen Kunden.

Zum Vergleich: Der Vorreiter Apple konnte bereits nach zwei Monaten über 100 Millionen Downloads vermelden, nach einem Jahr gar 1,5 Milliarden Downloads.

Mit dem Wechsel der Unternehmensführung soll der erhoffte Aufschwung kommen. Doch das könnte wohl doch länger dauern als erhofft.

Denn, auch das will das die US-Tageszeitung erfahren haben, soll ein möglicher Kandidat, ein Chef einer großen US-amerikanischen Hightech-Firma, das Angebot bereits ausgeschlagen haben. Seine einfache Begründung: er will nicht in Finnland leben.

Ein weiterer potentieller Anwärter auf diesen Posten sei aber bereits nach Finnland geflogen worden.

Wir berichten weiter, was sich in Nokias Führungsebenen tut.

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