Dass Handys mit ausziehbarer Volltastatur und Touchscreen nicht automatisch im Smartphone-Bereich zu finden sind, sondern auch eine jüngere Zielgruppe ansprechen können, beweist LG mit dem KS360. Auffälligstes Merkmal ist neben der QWERTZ-Tastatur das modische Design.
Was das Handy weiterhin zu bieten hat, erfahren Sie im folgenden Testbericht.

LG KS360 – Design

Wie bereits erwähnt, richtet sich das KS360 eher an eine jüngere Zielgruppe. So dominieren ausschließlich kreisförmige Tasten und abgerundete Kanten das Gesamtbild. Auch bei der Farbgebung zeigt sich der Slider verspielt: Nach Wahl ist das Gerät in den Farbkombinationen Pink/Schwarz, Schwarz/Rot oder Titanium/Blau erhältlich.

An den Seitenrändern finden sich wie üblich Schnellzugriffstasten zur Kameraaktivierung und zur Zoom-, bzw. Lautstärkeregelung und die Eingangsports für Kopfhörer und Ladekabel sowie ein Steckplatz zur externen Speichererweiterung via MicroSD-Karte.

Die Rückseite weist ebenfalls keine nennenswerten Designkniffe auf, sondern stellt die Kamera samt Portraitspiegel schlicht in den Vordergrund.


LG KS360 – Verarbeitung

Da sich das Gerät an ein jüngeres Publikum richtet, sollte das Handy natürlich kostengünstig sein. Dementsprechend macht sich dies bei der Auswahl des Materials bemerkbar, denn das KS360 besteht ausschließlich aus Kunststoff.

Dennoch muss dies nicht zwangsläufig ein negativer Punkt sein: Aus Sicht der Verarbeitung ist das Gehäuse wirklich sehr gut gelungen.

Alle Komponenten sind nicht nur besonders bündig verarbeitet, auch die gesamten Tasten liegen mit gleichem Abstand zueinander und besitzen einen markanten Druckpunkt.

Lediglich zwei Dinge gab es zu bemängeln: Zum einen lässt sich der Akkudeckel fast schon zu leicht vom Gehäuse lösen und zum anderen sitzen die Abdeckungen für den MicroSD-Eingangs-Port und die Kopfhörer-Ports ziemlich filigran im Gehäuse.

Der Slidemechanismus verdient trotz der billigen Gehäusematerialen aber Lob: Ob geöffnet oder geschlossen, der Slider sitzt fest in den Rastpunkten und gleitet nie ungewollt aus der momentanen Position.

Auch bei den Front- oder Tastaturdruckpunkten kann das LG KS360 mit guter Verarbeitung überzeugen.

LG KS360 – Bedienung

Wer schon einmal ein LG-Handy in der Hand halten konnte, der wird sich auch beim KS360 wieder bestens auskennen.

Aber selbst Neueinsteiger finden sich in dem übersichtlichen und logisch strukturierten Hauptmenü schnell zurecht.

Zusätzlich tragen die Tasten selbst zur guten Bedienung bei. Diese lassen sich nicht nur deutlich erfühlen, sondern verfügen außerdem über einen angenehmen und knackigen Druckpunkt.

Der Touchscreen selbst verarbeitet Eingaben schnell und zuverlässig. Diese werden mit einer leichten Vibration unterlegt. Allerdings kommt der berührungsempfindliche Bildschirm nur als Ersatz für die fehlenden Ziffertasten der Frontseite zum Einsatz. Weder ein Punkt im Menü noch etwas anderes kann über den Screen selbst bedient werden.

Ein weiterer Minuspunkt in unserem Test betrifft den fehlenden Lagesensor: Zwar wird das Bild automatisch mit Öffnen des Sliders um 90 Grad gedreht, allerdings kann dann unter Umständen die ausgefahrene Tastatur stören.

Gerade in diesem Punkt merkt man schnell, dass das LG KS360 doch für die mobile Kommunikation, vor allem über SMS, MMS, E-Mail, etc. konzipiert wurde. Die Tastatur überzeugte im Test nicht nur dank solider Verarbeitung, sondern vor allem durch die einfachen und gelungenen Bedieneigenschaften.

Aber auch sonst macht das Lifestyle-Handy in den wichtigsten Punkten alles richtig, selbst wenn wir Innovationen und Liebe zum Detail etwas vermissten.

LG KS360 – Kamera

Natürlich darf heutzutage auch eine integrierte Kamera nicht mehr fehlen. Im Falle des LG KS360 verbirgt sich aber nur ein 2 Megapixel Aufnahmechip im Inneren – und damit für heutige Ansprüche einfach zu wenig.

Zwar steht die Anzahl der Megapixel nicht zwangsläufig für gute Bildergebnisse, doch selbst unter ebenwürdiger Fotokonkurrenz wird das KS360 nicht vorne mitmischen können.

Schuld daran haben sichtbares Kantenflimmern, eine lediglich passable Auflösung sowie ein fehlendes Blitzlicht. Weiters Manko: die wenigen Einstellungsmöglichkeiten im Kameramodus. Hier lassen sich nur grundlegende Dinge wie Auflösung, Qualität, Auslöseton, Anzeige und Speicherort ändern.

Dafür stimmt auch hier wieder die Handhabung: Zuschaltbare Effekte oder Einstellungsmöglichkeiten lassen sich mit einem einfachen Klick auf die obere Pfeiltaste öffnen und dort aktivieren.

Auf diese Weise können Weißabgleich, Selbstauslöser, Serienaufnahme, Farbeffekte (Sepia, Schwarz-Weiß und Negativ) und Aufnahmehelligkeit schnell abgeändert werden. Ab Werk ist die Aufnahmehelligkeit bereits etwas zu dunkel eingestellt.

Der 4-fache digitale Zoom wird wie üblich mittels Seitenwippe reguliert.

Neben Fotos lassen sich auch noch Videos aufnehmen. Aber auch hier konnte uns das KS360 nicht überzeugen: Neben der geringen Auflösung von nur 320×240 Pixeln zeigt sich eine geringe Reaktionsgeschwindigkeit. Schnelle Bewegungen verschwimmen für kurze Zeit einfach.
Nichts desto trotz lassen sich Filme unbegrenzt, je nach verfügbaren Speicher, aufnehmen.

Zwar punktet die Bildaufnahme mit der einfachen Handhabung, am wichtigsten Kriterium, der Bildqualität, scheitert das LG KS360 aber und wird modernen Ansprüchen nicht mehr gerecht. Foto- und Videofanatiker werden also auf eine vollwertige Kamera zurückgreifen müssen, während Fans von Spontanaufnahmen und Gelegenheitsnutzer sich mit den eingebauten 2 Megapixeln für Schnappschüsse zufrieden geben können.

Wem qualitativ hochwertige Bilder wirklich wichtig sind, der wird mit dem LG-Slider sicher nicht gut bedient und sollte stattdessen auf eine eigenständige Digitalkamera zurückgreifen.

LG KS360 – Musikplayer

Ein weiteres Kriterium, das heutzutage jedes Handy wie selbstverständlich zu erfüllen hat, ist die Nutzung eines eingebauten Musik-, bzw. MP3-Players.

Für den internen Speicher, der gerade einmal 14 Megabyte zu bieten hat, sind Musikdateien schnell zu umfangreich: Klar, hier muss eine Speicherkarte her. Doch leider ist diese im Lieferumfang nicht enthalten.
Generell unterstützt das mobile Kommunikationstalent das MicroSD-Kartenformat und fasst bis zu 4 GB extern. Da Speicherkarten heutzutage, vor allem für dieses Format, sehr erschwinglich geworden sind, kreiden wir das Fehlen nicht sehr negativ an.
Wer allerdings mit dem Kauf des LG KS360 liebäugelt und mit seiner Musikübertragung sofort loslegen möchte, der sollte die Karte gleich mit dazu kaufen, ansonsten kann es nach dem Auspacken und Testen ziemlich ärgerlich werden.
USB-Datenkabel, PC-Software und Headset befinden sich natürlich mit in der Auslieferung.

Wer ein wenig seiner Musik auf das KS360 übertragen hat, wird schnell feststellen, dass der Musikplayer nicht sehr innovativ ist oder gar neue Funktionen bietet. Zwar können eigene Playlists erstellt werden und Coverarts werden auf Wunsch mit angezeigt, allerdings ist dies heutzutage wirklich keine Neuheit.
Ansonsten können wir auch hier die ständige Übersicht loben – über den derzeitigen Standard wagt sich die Software nicht heraus, auch wenn sie mit ihren grundsoliden Funktionen sicher nichts falsch macht.

Bei der Qualität des Sounds bewegen sich die Kopfhörer auf ähnlichem Niveau wie die Software selbst. Zwar leiden diese ein wenig unter Bass-Armut und sind etwas höhenlastig, richtig enttäuschend war das mitgelieferte Headset dann aber doch nicht, da es ein konstantes Klangbild zeigte. Wie so oft sind gerade die im Lieferumfang enthaltenen Kopfhörer nicht die erste Wahl für wahre Musikpuristen.
Mit einem passenden Adapter für einen 3,5-mm-Anschluss und den dazu passenden Kopfhörern konnten wir auch in diesem Fall wieder ein besseres Klangbild erzielen. Am Gehäuse selbst fehlt der passende Anschluss leider ganz. So bleibt nur der Weg über ein Zwischenkabel.

Insgesamt hinterlässt der gesamte Musikplayer einen eher durchschnittlichen Gesamteindruck. Zwar stimmen Funktionen und Klangbild, doch das gesamte Potential wurde  nicht ausgespielt und so bleibt am Ende doch „nur“ eine durchweg konstante Musikfunktion.


LG KS360 – Multimedia

Trotz des eigentlich recht großzügigen Displays (2,4 Zoll bei 262.000 Farben) und der ausziehbaren Volltastatur bleibt das KS360 alles andere als ein Multimediahandy.

Das macht sich bereits nach einem kurzen Blick in den Internetbrowser bemerkbar, der zwar vorhanden ist, aufgrund der langsamen Datenübertragung im GPRS- und EDGE-Netz aber zu vernachlässigen ist. Wahre Surffreude kommt hier nicht auf. Auch aufgrund der mangelnden Einstellungsmöglichkeiten.
Wer unterwegs aber einmal dringend aktuelle Infos benötigt, der wird den mobilen Internetzugriff zu schätzen wissen. Für alle anderen ist das LG wahrlich keine Alternative zu iPhone & Co.

Ähnliches gibt es auch über die Gaming-Fähigkeiten zu vermelden: Zwar stellen Spiele in 2D für den Lifestyle-Slider kein Problem dar, 3D-Engines werden aber strikt verweigert.

Die Spiele „Sudoku Cafe“ und „Extreme Skateboarding“ sind auf dem KS360 vorinstalliert. Bei letzterem handelt es sich, wie der Name schon vermuten lässt, um ein Spiel rund um das populäre Rollbrett. Hier müssen verschiedene Level und Herausforderungen, wie Contests, gemeistert werden. Aufgrund der hakeligen Steuerung verknotet man sich aber schnell die Finger. Den Spaßfaktor scheinen die Programmierer damit von der To-do-Liste gestrichen zu haben.

Spezielle Funktionen hat das LG nicht zu bieten.

Zwar finden sich hier nützliche Programme, wie Um- und Taschenrechner, ein Wecker, eine Stoppuhr und eine grafische Darstellung der verschiedenen Weltzeiten, doch auch hier zeigt das KS360 nur gewohnte Standardkost.

Als letztes Testkriterium durchleuchten wir die wahrscheinlich wichtigste Funktion eines Handys: das Telefonverhalten.
Dank Triband bleiben Besitzer eins LG KS360 in ganz Europa und den USA erreichbar.
Während den Telefongesprächen klingen Gesprächspartner zu jeder Zeit real und bleiben verständlich. Auch wenn die Empfangsstärke des öfteren Schwankungen aufwies, stand uns im Test meist die Hälfte des vollen Empfangs zur Verfügung.

Laut Herstellerangaben reicht der Handyakku voll aufgeladen bis zu 440 Stunden oder für 300 Gesprächsminuten. Dass diese Angaben in der Realität nur äußerst schwer zu erreichen sind, weiß bekanntlich jeder. Nach unseren Erfahrungen hält der 800mAh starke Energiespeicher bei normaler Nutzung rund drei Tage, bis dieser wieder an die Steckdose muss. Diesen noch recht guten Wert erreicht das Handy aufgrund der wenigen Funktionen und Anwendungsmöglichkeiten. Wer ständig Ausflüge ins World Wide Web unternimmt, der wird den Slider wohl kaum länger als einen vollen Tag nutzen können.

LG KS360 – Fazit

Dank Volltastatur und Touchscreen erweckt das LG KS360 den Eindruck eines waschechten Smartphones. Auf den zweiten Blick stellt man aber schnell fest, dass im Inneren des KS360 wenig von einem Multimediahandy steckt.

Drastischer formulier, bleiben insgesamt nur durchschnittliche Funktionen ohne technische Höhepunkte – und dies zieht sich leider wie ein roter Faden durch die gesamte Ausstattung des KS360.

Die größte Enttäuschung ist aber der Touchscreen: Dieser dient hier eher zur Zierde und will mit dem aktuellen Trend der berührungsempfindlichen Bildschirme mithalten. Doch im LG KS360 wirkt der Touchscreen einfach fehl am Platz.

Dennoch: Was das KS360 zu bieten hat, das macht es auch richtig. Optik und Design überzeugen ebenso wie die ordentliche Verarbeitung.
Wer mit einem technisch durch und durch durchschnittlichen Handy leben kann und angetan von Volltastatur und Optik ist, der erlaubt sich mit dem LG KS360 sicher keinen Fehlgriff.

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