Testbericht iPhone 3G S (32 GB)

Bereits seit dem 19. Juli ist iPhone 3G S auf dem Markt erhältlich. Schneller als die Vorgänger soll es sein und dazu eine bessere Kamera besitzen. Wie es mit diesen Versprechen in der Praxis aussieht und was das neue Kulthandy sonst noch zu bieten hat, dass lesen Sie in unserem ausführlichen Testbericht.
iPhone 3G S – Design
Für das iPhone 3G S hat Apple im Vergleich zum Vorgängermodel 3G keinerlei äußere Veränderungen vorgenommen. Das mag für manche eine Enttäuschung sein, andere freuen sich über das unveränderte Design, das für viele als Maßstab aller Smartphones und Handys gilt.
Die Unterschiede zur 2. Generation lassen sich dennoch optisch, wenn auch nur minimal, erkennen. Die auffälligste Abweichung betrifft den Schriftzug der 32 GB-Version, die auf der Rückseite dezent zu finden ist. Auch schimmert diese im Vergleich zum 3G nun ebenfalls in der selben Lackierung wie das Apple-Logo. Dies ist gleichzeitig auch die einzigste Möglichkeit um die 16 GB-Variante vom Vorgängermodel unterscheiden zu können.
Bis auf diese kleinen Unterschiede bleibt äußerlich also alles beim „Alten“.
Trotz aller Vorberichte wurde der 3,5 mm Kopfhöreranschluss nicht auf die Unterseite verlagert, sondern ist gleich mit den Vorgängerversionen noch immer oben links angebracht.
Passend zum Handydesign wurde auch der restliche Lieferumfang gestaltet. Neben den selbstverständlich enthaltenen Kopfhörer finden sich weiterhin ein zweiteiliges Ladegerät mit USB-Port, das passende USB-Lade- und Datenkabel sowie eine knappe Bedienungsanleitung inklusive zwei Apple-Aufklebern.
iPhone 3G S – Verarbeitung
Die Verarbeitung des iPhone 3G S spielt wie schon das Design in einer eigenen Klasse und rückt qualitativ auch hier keineswegs von den Vorgängern ab.
Wie bei den hochwertig verarbeiteten Macbooks zeigt auch Apple beim iPhone 3G S viel Liebe zum Detail.
Das Gerät scheint zwar auf den ersten Blick wie aus zwei Teilen zusammengesetzt zu sein, an den Seitenrändern lässt sich jedoch kein einziger Zwischenspalt finden. Ungleiche Spaltenbreiten fallen damit ebenfalls aus dem Spiel.
Auch die Menütaste unter dem Display wurde exakt in das Gehäuse eingearbeitet und lässt sich jederzeit gut erfühlen und bedienen.
Oftmals mussten wir in unseren Tests die mangelhafte Verarbeitung der seitlichen Bedientasten bemängeln, doch auch hier setzt Apple seine Klasse fort und überzeugt hier mit angenehm festen Druckpunkten und einer perfekten Einarbeitung. Unregelmäßigkeiten in der Verarbeitung – auch hier Fehlanzeige.
Trotz gleichem Gehäuse weist das von uns getestete Model kleine Unterschiede auf.
So wurde das gesamte 3,5 Zoll große Display mit einer Anti-Fett-Beschichtung überzogen, mit der lästige Fingerabdrücke deutlich weniger auf dem Display haften bleiben.
Mit einer Auflösung von 320×480 Pixeln, bei 3,5 Zoll bleibt das Display technisch weiterhin identisch.
Doch Vorsicht: widersteht der speziell gehärtete Bildschirm Kratzer oder ähnliches ohne sichtbare Konsequenzen, kann ein einfacher Sturz in manchen Fällen einen Displaysprung zur Folge haben.
In Sachen Verarbeitung macht auch das neue iPhone seinen Vorgängern alle Ehre. Sämtliche Komponenten sitzen fest zusammen und hinterlassen einen mehr als positives Gesamtbild.
iPhone 3G S – Bedienung
Mit dem ersten iPhone und der simplen Touchscreenbedienung führte Apple eine wahre Revolution im Handysegment ein. Seither – und dank des großen Erfolgs – sind berührungsempfindliche Bildschirme im mobilen Bereich nicht mehr wegzudenken und gehören mittlerweile zum Standart.
An den hohen Bedienkomfort eines iPhones konnte bisher jedoch kein Konkurrent heranreichen. Mit der neuen Software 3.0, die auch für die ältern Modelle neuen Komfort bietet, und dem 3G S baut Apple diesen Vorsprung noch weiter aus.
Zwar halten sich die Neuerungen in Grenzen, lang vermisste Funktion rüstet der Hersteller aber endlich nach. So wird nun endlich auch Copy & Past möglich sein. Dafür lies sich Apple mal wieder eine sehr einfache Anwendbarkeit einfallen.
Durch doppeltes Antippen der Wortes oder überstreichen gewünschter Textpassten mit dem Finger wird markiert – kurz darauf erscheint ein Kontextmenü mit den Optionen „Ausschneiden, Kopieren und Einfügen“. Zum Widerruf der Aktion schüttelt man das Handy einfach.
Copy & Past gehört wird mit der Version 3.0 möglich und kann somit auch für iPhones vorheriger Generationen genutzt werden.
Ebenfalls beinhaltet das Firmwareupdate die Möglichkeit, Notizen, SMS und e-Mails endlich im Querformat verfassen zu können.
Alle iPhone-Versionen bieten die praktische und eigens patentierte Multitouchfunktion. Damit lassen sich beispielsweise Bilder, Internetseiten und mehr mit zwei Fingern vergrößern, ohne auf Tasten oder Menüeinstellungen umgreifen zu müssen. Viele App´s unterstützen diese praktische Funktion ebenfalls, etwa Spiele oder diverse Anwendungen.
Der eingebaute Lagesensor wird ebenfalls von verschiedenen Apps genutzt, primär unterstützt dieser allerdings die Bedienung. Fotos und einzelne Programme lassen sich meist im übersichtlicheren Querformt darstellen und handhaben.
Doch einige Bedienelemente bleiben dem neuesten Model vorenthalten: etwa die neu entwickelte Sprachsteuerung, mit der Kontakte aus dem Adressbuch, das Diktieren einer Nummer oder das Abspielen eines gewünschten Songs einfach per Stimmeneingabe übermittelt und ausgewählt werden. Zur Aktivierung wird die Home-Taste wenige Sekunden gedrückt.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnten wir uns an die Abfrage gewöhnen und Erkennungsfehler verhindern. Allerdings sollte man eine ruhige Umgebung berücksichtigen, anderenfalls kommt es häufig zu falschen Ausführungen der Befehle.
Eine weitere Neuerung zeigt sich erst im direkten Verglich zum 2G, bzw 3G. Dank des höher getakteten Prozessors reagiert das Menü im Schnitt drei mal schneller, dieser Wert gilt auch für die Menüdarstellung.
Das Display bleibt auf der technischen Seite seinen Vorgängern treu. Noch immer ist es 3,5 Zoll groß und stellt 16,7 Millionen Farben bei einer Auflösung von 320×480 Pixeln dar.
iPhone 3G S – Kamera
Im Bereich der Fotoaufnahmen hat sich das neue iPhone auf der Hardwareseite am deutlichsten weiterentwickelt. Im 3G S steckt nun eine 3,2 MP-Kamera, die erstmals auch Videos aufzeichnet.
Zwar erstrahlen Bilder mit der neuen Kamera deutlich Farbintensiver und weisen gemäß der erhöhten Megapixelzahl einen bessere Schärfe auf, an eine gute 3-MP-Handycam reicht das iPhone aber nicht ran. Dafür ist vor allem die Bilddynamik zu schwach ausgeprägt. Dies bekommt der Hobbyfotograf am meisten im Freien zu Spüren.
Sobald sich hellere Flächen im Hintergrund befinden, z. B. ein strahlender Himmel, wird der gesamte Vordergrund zu dunkel dargestellt.
Der Autofokus kann diesem Effekt ein wenig entgegen wirken und wird mit einem einfachen Fingertipp an die gewünschten Stelle positioniert.
Trotz der im Vergleich zur Konkurrenz schlechten Kamera eignet sich das iPhone wunderbar für Schnappschüsse. Fertige Aufnahmen werden in wenigen Augenblicken in den Speicher übertragen und das Handy ist sofort für neue Aufnahmen bereit.
Deutlich bessere Ergebnisse leistet die Kamera hingegen bei der Videoaufnahme. Zum Wechseln der Aufnahmeart wird im Kameramenü einfach ein eingeblendeter Schalter umgelegt.
Videos werden in VGA-Auflösung, bei flüssigen 30 Bildern pro Sekunde festgehalten. Besonders hier beeindrucken die Bilder mit satten und naturgetreuen Farben und Bilddynamik. Weiterhin kommt der Autofokus zum Einsatz, allerdings mit einem Clou.
Denn der automatische Fokus unterscheidet selbstständig zwischen Fern- und Nahaufnahme und passt das Bild ständig den wechselnden Bewegungen an.
Auch der Makromodus kann sich sehen lassen, der sich bis zu einer Entfernung von ca. 10 Zentimetern selbst zuschaltet. Im Test erreichten wir mit dem iPhone mühelos sehenswerte und authentische Filmaufnahmen.
Lichtempfindlichkeit, Bildperformance, Detailgrad und die gesamte Bildqualität lässt die meisten anderen Handycams weit hinter sich.
Auf Wunsch können fertige Aufnahmen noch ein wenige bearbeitet werden. Über ein schlichtes Interface werden Start- und Endpunkt des Videos festlegen. Dies sind allerdings auch schon die einzigsten Möglichkeiten der Videobearbeitung, die das iPhone vorab zu bieten hat.
Die Kamera selbst ist im Gesamtpaket mager ausgestattet. Weder im Foto-, noch im Videomenü lassen sich Einstellungen vornehmen. Für Aufnahmen in schlecht beleuchteter Umgebung bleibt der Fotograf im wahrsten Sinne im Dunkeln stehen. Denn ein Blitzlicht fehlt ebenso wie ein zuschaltbarer Nachtmodus. Weiterhin vermissten wir selbst nahe liegende Standartfunktionen wie einen digitalen Zoom.
Bis auf die sehr gute Videoaufnahmen und dem einfach zuschaltbaren Autofokus bleibt das iPhone 3G S hier weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Wem dies allerdings kein Dorn im Auge ist und in erster Linie Schnappschüsse fotografieren möchte, der wird über die geringe Ausstattung und den mittelklasse Bildern hinweg sehen können.
Alles in Allem bleibt auch bei der Neuauflage die Kamera der größte Schwachpunkt. Hier hätte Apple wohl mehr zu bieten.
iPhone 3G S – Musikplayer
Neben MacBooks und iPhone wurde Apple besonders mit dem Kultgerät iPod groß.
Kein Wunder also, dass die Musikfunktion mit all den Vorzügen und Bedienkomfort komplett in das Handy übernommen wurden.
Der iPod Touch wird nicht ohne Grund als der kleine Bruder des iPhone bezeichnet. Sind sich beide optisch zum Verwechseln ähnlich, gleichen diese sich in Sachen Bedienkomfort und Interface wie ein „i“ dem anderen.
Im Falle des 3G S wurde nun die Speicherkapazität in beiden Varianten auf 16 und 32 GB verdoppelt.
Neben dem hervorragendem Klangbild möchten wir zunächst die geniale Übersichtlichkeit des Players erwähnen.
Die gesamte Musik- und Filmbibliothek wird am unteren Bildrand in den Bereichen Playlists, Interpreten, Titel, Videos und „mehr“ untergliedert und kann dort schnell und einfach angewählt werden.
Unter dem Punkt „mehr“ finden sich nochmals Unterteilungen in Alben, Compilations, Genres, Hörbücher, Komponisten und Podcasts.
Alle Kategorieinhalte werden dabei alphabetisch aufgelistet, einzelne Buchstaben lassen sich am rechten Seitenrand auswählen
Besonderen Spaß macht das Durchblättern seiner Musiksammlung mit der Coverflow-Darstellung.
Hier finden sich alle abgespeicherten Albencover, die sich mit einfachen Fingerstrichen durchblättern und anwählen lassen. Das Besondere an Coverflow ist die beeindruckend flüssige Darstellung. Wurden die Coverbilder in einer hohen Auflösung übertragen, wird dem Nutzer in dieser Ansicht erst die scharfe Darstellung des Displays richtig vor Augen geführt.
Bei der Wiedergabe selbst macht der Musikplayer eine hervorragende Figur. Am unteren Bildschirm werden die Play/Pause, und die Vor- und Zurückschalttasten eingeblendet. Mittig prangt das abgespeicherte Albumcover. Darüber werden aktuell gespielter Song und Interpret angezeigt. Mit einem Fingertipp auf das Cover lassen weiterhin Titeldauer und zwei Buttons zur Aktivierung der Shuffle- und Repeat-Funktion einblenden. Wurde Shuffle einmal aktiviert, wird diese über einen Button oder einer einfachen Schüttelbewegung wieder deaktiviert.
Praktisch: das aktuelle gespielte Album kann als Listenansicht dargestellt werden.
Einzelne Songs lassen sich so direkt anwählen, was unnötiges Durchschalten erspart.
Besitzer eines iPod Touch werden sich im iPhone-Musikplayer besten zu recht finden, denn Interface, Funktionen und Bediencharakter wurden eins zu eins übernommen.
Das Klangbild kann mit den mitgelieferten Kopfhörern überzeugen. Höhen und Tiefen werden dabei glasklar dargestellt. Natürlich steigert sich die Soundqualität mit hochwertigen Kopfhörern. Bluetooth-Kopfhörer lassen sich nun auch endlich nutzen (ab Software-Version 3.0 für alle Serien).
Der eingebaute Mono-Lautsprecher bietet ebenfalls ein gutes Klangbild, auch bei hoher Lautstärke treten kaum Verzerrungen auf.
Nicht zuletzt die besonders einfache Synchronisation via iTunes und der enorme Speicher der 32 GB-Version machen das iPhone zur ersten Wahl für Musikfans. Das hervorragende 3,5 Zoll Display tut sein übriges für Video-Podcasts.
Einziger Negativpunkt in unserem Test: grundlegende Einstellungen können nur außerhalb des iPod´s im Menüpunkt „Einstellungen“ vorgenommen werden.
iPhone 3G S – Multimedia
Für den Multimedia-Bereich scheint das iPhone 3G S und dessen Vorgänger wie geschaffen. Mobiler Internetzugriff, Podcasts, Musikplayer und unzählige downloadbare Apps machen das iPhone zur ersten Wahl für Nutzer, denen Unterhaltung im Vordergrund steht.
Doch beginnen wir zunächst mit der mobilen Internetanbindung.
Wie für die meisten unsere Leser bereits bekannt sein dürfte, steht das „S“ in der neuen Modellbezeichnung für „Speed“. Zwar nicht gerade einfallsreich, doch ein direkter Vergleich zum 3G zeigt den versprochenen Geschwindigkeitsschub.
Die theoretischen Zahlen offenbaren bereits, was in der Praxis tatsächlich zutrifft. Mit HSDPA (7,2 Mbit/s) übertrumpft das 3G S den Vorgänger um 3,6 Mbit/s.
Im Klartext lädt das neue Modell selbst umfangreiche Seiten bei voller Netzverfügbarkeit in ca. 6-7 Sekunden, das alte benötigt dabei rund die doppelte Zeit.
Praktischerweise funktioniert der Zugriff ins World Wide Web auch über WLAN und zur flächendeckenden Nutzung ebenfalls mittels GPRS und EDGE.
Mit dem schnellen Datenzugriff legt das iPhone 3G S den Grundstein für einen zügigen Seitenaufbau, doch erst der vorinstallierte Safari-Browser sorgt für einen zuverlässigen und schnellen Seitenaufbau.
Nebenbei bietet Safari außerordentlichen Bedienkomfort. Werden beispielsweise zwei Finger auf dem Display (Multitouch) auseinander gezogen, zoomt die Seite in Echtzeit näher heran oder wieder weg – Je nach Bewegung.
Bei der Seitendarstellung zeigt sich einmal mehr die hohe Auflösung des TFT-Displays. Selbst auf höchster Zoom-Stufe bleiben Bilder und Texte gestochen scharf. Genaueres über das Display finden Sie noch in dieser Kategorie.
Als weitern Komfort speichert der Browser Lesezeichen, stellt auf Wunsch mehrer Tabs dar, bietet ein eigenes Google-Suchfeld und ermöglicht die Eingabe- und Darstellung im Hoch- und Querformat mittels Lagesensor.
Zur Vor- und Zurückwahl finden sich am unteren Bildrand eigens Pfeiltasten.
Trotz einfachen Bedienkomforts, zuverlässigen Browser und leistungsstarken Prozessor verbirgt das mobile Internet via Apple´s iPhone einen nicht ganz unerheblichen Nachteil:
Flash-Inhalte können nicht dargestellt werden. Daher steht das Videoportal YouTube über ein integriertes Programm zur Verfügung, zum Glück aller YouTube-User mit komplettem Inhalt.
Die Tethering-Funktion, die das iPhone 3G S zum mobilen Modem umwandelt, ist in Deutschland bislang nicht möglich. T-Mobile wird dieses Angebot zukünftig gegen Gebühr frei schalten. Damit könnten vor allem Reisende und Pendler profitieren, die Unterwegs bequem über ihren größeren Laptop-Bildschirm im Netz surfen möchten. Das iPhone dient lediglich als Datenempfänger.
Parallel zum iPhone schrieb der Appstore seine eigene Erfolgsgeschichte. Bis zum heutigen Tag wurden weit mehr als 1,5 Mrd. Downloads getätigt. – und das nach einer Laufzeit von gerade einmal einem Jahr. Mittlerweile werden im Deutschen Portal weit über 35.000 Apps zum Download angeboten.
Im Appstore tummeln sich allerlei Programme aus den Kategorien Spiele, Unterhaltung, Dienstprogramme, Soziale Netze, Musik, Produktivität, Lifestyle, Referenz, Reisen, Sport, Navigation, Gesundheit und Fitness, Nachrichten, Fotografie, Finanzen, Wirtschaft, Bildung, Wetter, Bücher und Medizin.
Hier wird mit Sicherheit jeder fündig. Dabei sind bei weitem nicht alle Programme gegen Gebühr erhältlich.
Mit einem einzigen Klick findet der Nutzer zu jedem Bereich kostenfreie Apps.
Um Fehlkäufe vorzubeugen, werden nahezu alle kostenpflichtigen Applikationen auch als Lite-Version angeboten. Lite-Apps sind kostenfrei, bieten jedoch nicht den vollen Funktionsumfang der Vollversion. Vorab ermöglichen diese dennoch einen guten Eindruck in das kostenpflichtige Programm.
Auch wenn andere Hersteller mit diesem Konzept langsam nach zuziehen versuchen, richtige Konkurrenz scheint Apple Aufgrund des riesigen Erfolgs und der immer noch schwachen Konkurrenz nicht befürchten zu müssen.
Wo das Stichwort „Appstore“ fällt, sind Games ebenso zu erwähnen.
War das iPhone als mobile Gamingplattform im Handybereich bisher ungeschlagen, baut Apple diesen Vorsprung mit dem 3G S noch weiter aus.
Während die Vorgänger die OpenGL-Grafikbibliothek ES 1.1 unterstützen, beherrscht das neue Modell zusätzlich ES 2.0-Befehle.
Mit der erweiterten Grafikbibliothek sehen Shader-Effekte und Texturen wesentlich besser aus.
Trotz der lobenswerten Grafiksteigerung verbirgt sich der Teufel im Detail: OpenGL 1.1 und OpenGL 2.0 sind nicht kompatibel zueinander.
Im Klartext bedeutet das, dass Spiele mit OpenGL 2.0 nur auf dem neuen iPhone 3G S laufen, die vorherigen Baureihen können diese Titel nicht mehr lesen. Umgekehrt ist dies kein Problem. Das 3G S wird mit allen zur Verfügung stehenden Spielen fertig.
Dennoch bleibt die Frage, wie viele Entwickler von der neue Hardware letztendlich gebrauch machen?
Speziell für das neue Modell programmierte Spiele werden bei weiten nicht den Kundenstamm treffen, wie die ca. 40 Millionen Besitzer eines iPod Touch oder iPhone 2 und 3G.
Aus wirtschaftlicher Sicht stellt ein eigens für das 3G S programmiertes Spiel ein Risiko für die Entwickler dar. Daher ist es fraglich, ob wir in naher Zukunft die grafischen Leistungen des neuen Models in Aktion erleben werden.
Die Bezeichnung „Speed“ ist aber auch in diesem Bereich wieder zu finden. Dank des leistungsfähigeren Prozessors laufen Spiele auf dem 3G S bis zu 2,4 Mal schneller als im Vergleich zu den Vorgängern.
Am 8. Juni wurde das 3G S nach unzähligen Spekulationen endlich offiziell vorgeführt. Als große Neuerung der S-Version wurde die Kompass-Funktion angepriesen. Was sich unspektakulär anhört, ist in Verbindung mit Goolge-Maps eine äußerst nützliche Erweiterung.
Durch einen einfachen Doppeltipp auf das entsprechende Symbol in der Google-Maps-Anwendung schaltet sich der digitale Kompass im Hintergrund ein.
Dieser erweist sich speziell für die Navigation als besonders hilfreich. Ist der Kompass aktiv, wird der aktuelle Standort um einen weißen Kegel erweitert, der das eigene Sichtfeld aus der Vogelperspektive simuliert. Umso wichtiger dabei, dass die Karte exakt nach der Ausrichtung des Kompass gedreht wird. Dass erleichtert die Navigation erheblich, vor allem für Fußgänger ein gelungener Bedienkomfort.
Aber nicht nur mittels Google-Maps lässt sich mit dem iPhone durch den Verkehr lotsen. Dank des offenen Betriebssystems Apple OSX finden sich im Appstore mittlerweile zahlreiche Software-Lösungen bekannter Navi-Hersteller zum kostenpflichtigen Download.
Auf die bewährten Funktionen eines herkömmlichen Navigationsgeräts muss dabei nicht verzichtet werden. Was die einzelnen Software-Pakete beinhalten kann einfach im Appstore nachgelesen werden. 3D-Darstellungen mit Fahrspur-Assistent sind für das iPhone 3G und 3G S dank Softwareupdate 3.0 ebenfalls problemlos möglich wie sprachgesteuerte Navigation und noch vieles mehr.
Die Navigation funktioniert erstaunlich gut und jederzeit flüssig. Nach nur wenigen Sekunden
ist das Gerät über GPS geortet und die Fahrt kann beginnen.
Trotz des 3.0-Updates sind Navi-Programme aufgrund des fehlenden GPS-Senders für das erste iPhone (2G) leider nicht zu empfehlen.
Die Standortbestimmung erlaubt auch andere Nutzungen. Sollte das Handy einmal verloren gehen lässt sich über den integrierten GPS-Chip der aktuelle Standort des Geräts bestimmen. Zusätzlich können so Daten aus der Ferne gelöscht werden oder Nachrichten und Warntöne an das iPhone geschickt werden.
Einen anderen Weg könnten künftige Spiele und Apps einschlagen, die die Ortung und den Kompass eigens für spielerische Stadterkundungen oder ähnliches nutzen.
Eigens möchten wir in unserem Test auf das hervorragende 3,5 Zoll LCD-TFT-Display eingehen.
Zwar besitzt es aus technischer Sicht eine Standartauflösung von 320×480 Pixeln, dennoch bietet das Apple-Display eine Darstellungsschärfe, die bisher unerreicht ist.
Das Geheimnis der hohen Detailgenauigkeit liegt in der Dpi-Anzahl (dotch per inch). Mit einer theoretischen dpi-Zahl von 163 lässt der iPhone-Screen andere Handys und Smartphones weit hinter sich.
Zum Vergleich: PC´s bieten in der Regel 72 dpi, Mac-Displays 96 dpi.
Diese Differenz erzeugt in der Praxis tatsächlich einen großen Unterschied bezüglich Detailschärfe und somit Bildqualität.
Daher werden beispielsweise Videos mit identischer Auflösung auf dem iPhone deutlich schärfer wiedergeben als auf anderen mobilen Endgeräten.
Trotz aller positiven Eigenschaften ist das iPhone natürlich nicht perfekt. Zwar werden endlich Bluetooth-Profile unterstützt, beispielsweise zur drahtlosen Musikübertragung, Daten wie Bilder etc. können noch immer nicht versendet werden, weder von iPhone zu iPhone noch von iPhone zu einem anderen Handy.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den fest verbauten Akku. Sollte dieser einmal beschädigt sein muss der Besitzer sein komplettes Gerät einschicken und kann nicht auf einen Ersatzakku zurückgreifen.
Gerade dieser Punkt kann besonders ärgerlich werden und sollte in der Kaufentscheidung berücksichtigt werden.
Ansonsten verrichtet der 1150 mAh Li-Inonen-Akku gute Arbeit. Bei intensiver Nutzung lässt sich das iPhone locker einen ganzen Tag nutzen, für den Normalgebrauch reicht der Energiespeicher für drei Tage.
Auch hier hat sich das 3G S zu seinen Vorgängermodellen gesteigert.
Nebenbei sei noch die Telefonfunktion erwähnt. Sprach- und Empfangsqualität konnten uns im Test komplett überzeugen. Netzausfälle hatten wir nur im Extremfall zu beklagen, Gesprächspartner klingen jederzeit authentisch.
iPhone 3G S – Fazit
Die mittlerweile dritte Generation des iPhones hat in allen Bereichen dazu gewonnen, ohne die bekannten Vorzüge zu untergraben.
In Sachen Internetanbindung, Musikfunktion, Gaming und, im Falle des 3G S, der Videoaufnahme bleibt Apple´s Handy weiterhin einsame Spitze. Auch die einfache und intuitive Bedienung ist noch immer Konkurrenzlos.
Leider besitzt das iPhone 3G S aber noch immer die bekannten Kinderkrankheiten bezüglich Bluetooth, Akkuwechsel und durchschnittlicher Kamera.
Besitzer des Vorgängermodells sollten sich den Umstieg also überlegen, denn bis auf die schneller Geschwindigkeit, verbesserter Kamera, dem größeren Speicher und einigen Kleinigkeiten wurde das iPhone nicht neu erfunden, sondern schließt lediglich die Lücken der Vorgänger.
Zudem lassen sich viele Funktionen nachträglich auch für das iPhone 2G und 3G über die neue Firmware 3.0 installieren.
Wer jetzt vor der Wahl eines neuen Handys steht und sich für das iPhone interessiert, der macht mit dem Kauf der neuen Version nichts falsch.
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von mkrammer am 10. August 2009 um 08:36 veröffentlicht und unter Apple iPhone, Testbericht abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |





















