Archiv für Februar 2012

Android-Geräte und das Virenrisiko – trotzdem eine sichere Entscheidung?

Auch Computer und andere internetfähige Geräte können erkranken: Sie sind dann genau wie der Mensch nicht mehr einsatzfähig und gefährden andere mit einer Infektion. Den Platz 1 auf der traurigen Bestenliste führt laut dem Malware-Report vom Oktober 2011 der Kaspersky Labs das Betriebssystem Android an. Insgesamt 46% aller mobilen Virusattacken finden auf diesem Betriebssystem statt. Und das rechtfertigt die Überlegung, ob sich Android angesichts dieser Statistik noch fürs Mobile Business eignet.

Kann man sich schützen?
Android ist kein grundlegend schlechtes Betriebssystem. Es bietet sicherlich auch viele Vorteile und Annehmlichkeiten und ist manchen Mitarbeitern rein subjektiv betrachtet lieber als alle anderen Alternativen. Doch wenn sich das Mobile Device Management mit Android-Geräten auseinandersetzen soll, dann muss es sich auch auf diese einstellen und prophylaktisch dafür sorgen, dass Viren sich fernhalten. Das gilt insbesondere für Unternehmen: Viele Viren versuchen, empfindliche Daten wie Nachrichten oder gar GPS-Koordinaten der Geräte zu bekommen und ermöglichen es dem Hacker daher auch, an die sensiblen Unternehmensdaten zu gelangen, die sich auf dem Android-Gerät befanden.

Vorsicht vor Apps aus dem Market
Android-Geräte kann man effektiv vor Viren schützen, indem man den Mitarbeitern aufträgt, was das Mobile Device Management am liebsten sowieso fordern würde: Keine Apps aus dem Market herunterladen, die potenziell gefährlich sein könnten. Was zunächst nach einer guten, sinnvollen Anregung klingt, ist aber gar nicht so einfach, denn die Viren-Apps wirken oft vollkommen harmlos und haben manchmal sogar gute Bewertungen – zumindest so lange, bis bemerkt wird, dass sie für den Virenbefall verantwortlich sind. Im Rahmen des Mobile Device Management hat man nun eine Reihe von Möglichkeiten. Man könnte beispielsweise den Download von Apps aus dem Market ganz verbieten und die zugelassenen Apps zuerst durch das Unternehmen prüfen lassen, bevor die Mitarbeiter sie sich holen. Das ist die einfachste Variante. Alternativ lässt man den Download zu, installiert aber Sicherheitssoftware und informiert die Mitarbeiter über die aktuell rund 150 Apps aus dem Market, die die Trojaner enthalten.

Schutz vor Viren
Eine Schutzsoftware sollte jedes Android-Gerät besitzen. Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die das Mobile Device Management auf den betreffenden Smartphones aufspielen kann. In der Regel bewältigen die aktuellen Sicherheitslösungen das Virenrisiko gut und schützen die Geräte langfristig vor dem Befall. Auf keinen Fall darf es möglich sein, das Android-Gerät zu rooten, was bedeutet, der Nutzer verschafft sich die Rechte eines Superadministrators. Dadurch öffnen sich nur weitere Sicherheitslücken und das Risiko einer Vireninfektion steigt. Hierfür eignet sich die Betriebsvereinbarung, um zu arrangieren, dass das nicht passiert.

Virenbefall – was tun?
Sobald man bemerkt, dass ein Android-Gerät von Viren befallen ist, hilft es in den meisten Fällen schon weiter, das Gerät auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen. Bevor man das tut, sollte man lediglich noch das Telefonbuch sichern, da auch dieses dadurch verloren geht. Durch die Zurücksetzung wird alles entfernt, was sich auf dem Gerät befindet, in den meisten Fällen auch der Trojaner. Funktioniert das Smartphone danach wieder einwandfrei, kann man mit der Nutzung weitermachen – aber vorsichtiger als bisher natürlich. Wenn das nichts gebracht hat, übergibt man das Smartphone am besten dem Fachmann, um zu verhindern, dass weitere Unternehmensdaten auf diesem Wege das Haus verlassen.